Schön aussehen im Ring, das ist das eine bei der Junghundeschau, die für die Meutehunde auf Eintragung ins Stammbuch des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) zielt. Leistung, Gehorsam und „Betriebssicherheit“ ist das andere. Alle zwei Jahre unterziehen sich die Meuten dieser Prüfung und in diesem Jahr stellte sich die Rheinlandmeute den Richtern.
Barbara und Ralf Siegel mit der ganzen Familie und ihren Pikören hatten zwölf Foxhounds, darunter fünf Junghunde, mitgebracht und der DSJV-Vorsitzende Egbert von Schultzendorff signalisierte „zweifelsfrei bestanden“, auch oder gerade weil die Hounds eine Situation zeigten und sicher bewältigten wie sie in der Praxis immer wieder vorkommt: Fremdhund an der Leine am Ende der Schleppe. Die Hounds überschossen und zogen auf den Hund zu – und fragten, ob er nicht vielleicht mitspielen möchte. Keinerlei Aggression, nur Kontaktfreude. Bei der Wiederholung in die andere Richtung auf Huntsman Barbara Siegel zu stoppte die Meute „bei Fuß“.
Dem heißen Wetter angepasst und sehr geschickt legte Horst Siegel (78) mit dem 1. Vorsitzenden, seinem Sohn Ralf die Schleppe auf dem Schwarzensteiner Gelände. Trotzdem gab es eine kurze Irritation als die Hunde kurz die Fährte verließen und auf die Zuschauer loszogen. Ralf Siegel hatte eine einleuchtende Erklärung, die er in seinem typischen rheinischen Tonfall zum Besten gab: „Unsere Hunde sind sehr menschenfreudig und da wo wir reiten, da wissen die: Wo Leute stehen ist Stopp - und da gibt es Wasser für die Hunde. Das wissen die und das kann man aus denen nicht rauskriegen. Das ist genauso als ob man einem Alkoholiker die Flasche wegnehmen wollte.“
Egal - als die Hunde sich überzeugt hatten, dass es bei den Zuschauern dieses Mal nichts zum Saufen gab, wendeten sie sich engagiert wieder der Schleppe zu und fanden ihre Menschen und Pferde auf Anhieb wieder. „So soll es sein“, bescheinigten Robert Zurl als Vertreter des Jagdbeagle-Verbandes und Egbert v. Schultzendorff, der zusammen mit Toni Wiedemann (Schleppjagdverein von Bayern) als Juror für die Deutsche Schleppjagdvereinigung tätig war.
Text und Bilder: Petra Schlemm