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An wen muss man sich vor der Jagd wenden, kann man vorher abreiten und wie verhält man sich im Feld?
Mit ein paar einfachen Regeln wird die erste Jagd ein voller Erfolg. |
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Nicht nur die reiterliche Herausforderung macht das Jagdreiten besonders. Was da zumeist vor herbstlicher Kulisse abläuft, ist keine Scharade in komischen Kostümen, es ist überlieferte Geschichte. Schleppjagd-Reiten ist Sport und geselliges Freizeitvergnügen, aber auch die Pflege von Traditionen und altem Kulturgut. Der Hintergrund in Deutschland ist international geprägt. Jede Meute hat ihre ganz eigene Tradition, die sich an französische, englische oder kavalleristische Herkunft anlehnt oder eine Mischung aus allen drei Quellen ist. Man reitet zumeist "englisch" und nach französischen Zeremonien und Musik-Signalen, die aus der Parforcejagd des Mittelalters stammen. Ein Teil des Brauchtums ist auch aus der grünen Jagd (normale Jagd ohne Pferd) entlehnt. So erhalten die Teilnehmer einer Jagd im Anschluss an den Ritt und nach der Belohnung der Hunde vom Jagdherrn einen "Bruch" als Andenken überreicht.
Vor den Hubertustag (3. November) besteht er aus einem Eichenzweig, danach aus Fichte. Jedes, auch manches heute unverständlich oder überflüssig erscheinende Detail, lässt sich aus der Jahrhunderte, währenden Geschichte der Jagd erklären. Der rote Rock ist nicht Angeberei, sondern diente dazu, die Jagdteilnehmer im Wald oder im Nebel besser zu sehen. Das aufwändig gebundene Plastron könnte im Bedarfsfall gleich als Bandage für Verletzungen genutzt werden. Die "Curée" beim Halali (steht für frz. "ha là lit": da liegt es), bei der die Hunde mit Rinderpansen belohnt werden, ist keine Fütterung sondern symbolisiert den Anteil, den die Hunde bei der Jagd auf lebendes Wild bekamen. Deshalb sitzen auch die Schleppjagdreiter ab zur Curée und die Herren ziehen als Zeichen der Ehrerbietung die Kappe. Auch wird kein Pferd vom Halaliplatz weggeführt, bevor nicht die Hunde "genossen gemacht" wurden. So viel Zeit muss sein. Umsicht und Rücksicht sind oberstes Gebot, nicht nur im Jagdfeld und hier ganz besonders am Sprung, sondern auch schon vorher beim Stelldichein und noch anschließend beim Halali. Reiterfehler und Rücksichtslosigkeit können direkt ins Krankenhaus führen oder sogar noch darüber hinaus. Auch wenn "alles doch gar nicht so schlimm" war, ist eine Entschuldigung angebracht. |
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Letzte Anweisungen für die Hundearbeit bevor es losgeht.
(Foto: Toffi) |
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Die Hunde haben absoluten Vortritt und dürfen von Reitern aus dem Feld nicht bedrängt, angesprochen oder abgelenkt werden. Einen Hund zu überreiten ist der schlimmste Fauxpas, den ein Jagdreiter begehen kann. Das müssen Sie können: Sicher sitzen im leiten Sitz, Spring- und Entlastungssitz und das Pferd in allen drei Grundgangarten sicher beherrschen. Geordnet reiten in der Gruppe in verschiedenen Tempi und natürliche Hindernisse wie Wasser oder Kletterstellen überwinden. Springen ist keine generelle Pflicht. Wer sich für die Teilnahme im "Ersten Feld" entscheidet, muss allerdings springen - sonst wächst die Unfallgefahr über Gebühr, und andere Pferde werden ebenfalls zum Vorbeilaufen animiert. Jeder Veranstalter führt auch ein Nichtspringerfeld in ruhigerem Tempo um die Hindernisse herum. Ein normaler Jagdsprung überschreitet nicht das Richtmaß von 90 Zentimetern. |
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In der Einladung sind die Anforderungen der Jagd ausgewiesen: Leicht, mittelschwer, sportlich. "Boden wie gewachsen" bedeutet ohne gebaute Hindernisse. Seine eigenen Fähigkeiten selbstkritisch einzuschätzen, zeichnet den guten Reiter aus - auch den Jagdreiter. |
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QUELLENNACHWEIS: St. Georg 10/2005
Text: Petra Schlemm |