Was hätten Frau Pappritz und Herr Knigge dazu gesagt? Wie benimmt man sich als Jagdreiter richtig? Was soll man anziehen? Und warum geht was so und nicht anders? Darüber machen sich Jagdreiter Gedanken und Philipp Jakob (Braunschweig) hat offenbar offene Türen eingerannt mit seinen Anmerkungen auf Schleppjagd24. (Lesen Sie hier)
Die Redaktion wird überschwemmt mit Zuschriften. Hier ist eine Auswahl:
Anneliese Otto von der Taunus-Meute schreibt: „Auch wenn ich seit einigen Jahren keine Schleppjagd mehr geritten bin, so war es mir doch in den 43 Jahren meiner Jagdreiterei immer ein Bedürfnis: Wie trete ich auf - wie stelle ich mich für meine Meute dar! Auch heute noch ist der Stil - so wie sich jeder in den Farben seiner Meute vor der Jagd und genauso nach der Jagd darstellt, sehr wichtig! Leider sieht das nicht jeder - jede - so und das ist schade!
Ein Aufreger ist für mich, zum Stelldichein oder zur Einladung nach der Jagd ohne Stiefel zu erscheinen. Ich sehe das als Affront an, schlichtweg unhöflich gegenüber dem Gastgeber.“
Michael Wenig aus München hat wenig übrig für Uniformen aus vergangenen Zeiten. Er schreibt: „Das Thema Stil, Form und Etikette interessiert mich im Reitsport allgemein und besonders bei der Schleppjagd. In der freien Zeit sehe ich mir Photos von Schleppjagden im Internet an, da es mir die Zeit nicht erlaubt, vor Ort zu sein. Da fand ich Aufnahmen von einer Schleppjagd in Sigmaringen, die mir sehr zu denken geben. Da reiten zwei Herren, die wohl den Karneval in Düsseldorf verpasst haben. Andererseits sind Militäruniformen aus einer "Gott sei Dank" vergangenen Epoche zu sehen. Gehört das zu einer Schleppjagd?“
Markus Kratzer vom Reiterhof Roth Kiliansdorf teilt ebenfalls seine Beobachtungen zum Thema mit:
„Viele unserer (jungen) Leute wollen sich richtig verhalten und zeigen Interesse an den Traditionen, trauen sich aber oft nicht (die Alten) zu fragen. Der Anteil derer, denen Stil egal ist, ist eher gering. Mehr junge Jagdreiter finden keinen Zugang zu dem richtigen Schneider oder haben schlichtweg nicht die Mittel um sich entsprechend auszustatten.
Weil wir das seit Jahren bemerken, haben wir zu unseren Winterclubtreffen in der Vergangenheit bereits öfter einmal die Firma Feigl/feine Reitbekleidung (vormals Livree) eingeladen und das sehr sympathische Ehepaar Feigl hat da immer einige Aufträge mit nach Hessen genommen – stolz präsentierten sich dann unsere Newcomer an der Frühlingsjagd im feinen Tweed oder im perfekt sitzenden Jagdrock. Ebenso gehört die Zusammenstellung der Grundausstattung für Männer und Frauen in unserer Jagdordnung bei reiterhof-kiliansdorf.de seit jeher dazu. In der Vereinsführung verfolgen wir sehr die Entwicklung des Themas und diskutieren diese regelmäßig an den Treffen. Oftmals tauscht man auch Bilder aus Frankreich und England von den dortigen Jagden in den sozialen Netzwerken und vermerkt dazu, ob das „hot“ or „not“ ist.“
Philipp Jakob ist am 25.März in Roth-Kiliansdorf und hält dort einen Vortrag zum Thema.
Foto: Thomas Ix