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150 Jahre Schleppjagd in Deutschland

Der Hubertustag am 3. November ist in Isernhagen seit jeher ein besonderer Feiertag für aktive Jagdreiter. In diesem Jahr wird ganz groß geritten und gefeiert zu einem ganz besonderen Jahrestag: 150 Jahre Schleppjagd in Deutschland. Eugen Klein hat das historische Datum entdeckt und gleich zum Anlass genommen für große Planung in die auch die Niedersachsen-Meute einbezogen ist.

Sachzwänge begründeten das Datum. Nachdem die Preußische Militär Reitschule von Schwedt an der Oder in Brandenburg nach Hannover verlegt worden war, ist auch Schluss gewesen mit der „großen Freiheit“. Die Gegebenheiten der Kulturlandschaft in der frisch annektierten Provinz ließen die „ungeordnete “ Wildjagd nicht zu. Also verwendete man die Schleppkugel, die zuvor nur zur Ausbildung der Hunde benutzt worden war um eine sportliche Jagdstrecke über gebaute Hindernisse zu legen. 1867 fanden die ersten offiziellen Schleppjagden auf vorbestimmter Fährte in Deutschland statt. Sie lösten die Wildjagd ab, lange vor dem offiziellen Verbot 1934.



„In den nachfolgenden 150 Jahren hat sich einiges getan, aber die Faszination der Schleppjagd ist geblieben. Die „Freiheit im Galopp“ hat zwei Kriege und die Entwicklung von der Kriegsvorbereitung zum modernen Sport überlebt,“ zählt Eugen Klein auf. „Es gibt also genug Gründe, dieses Jubiläum zu feiern“, sagt der Jurist und engagierte Mentor der Schleppjagd. Der Reiterverein Isernhagen, wo Klein den Vize-Vorsitz hat und Camill von Dungern als Master der Niedersachsenmeute haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Schließlich nutzen der Verein und die Meute noch heute den „Originalschauplatz“, nämlich das Gelände, auf dem die ersten Schleppjagden stattfanden.



Zum Hubertustag 2017 – ein Freitag in diesem Jahr - wird also zum 150. Mal  Schleppjagd geritten auf dem historischen Geläuf des Militärreitinstituts und der Kavallerieschule in Isernhagen. Das Programm steht bereits: Die Jagd klingt aus mit einer Stiefelparty im Reitrock. Nach einem gemeinsamen rustikalen Frühstück geht es am folgenden Samstag ins Gelände zu einem gemächlichen und geselligen „Ritt durch die Zeit“. Zu Pferd werden die Orte historischer Begebenheiten aufgesucht. Wiederentdeckt wird unter anderem der Findling, der die Stelle markiert, wo der Kronprinz einen Keiler abgefangen hat. Die Teilnehmer und die Gäste zu Fuß bekommen Einblick in die lange Geschichte des Sports und werden natürlich auch „angemessen bewirtet“. Der Höhepunkt des Wochenendes ist ein festlicher Jubiläums-Jagdball in Großburgwedel. „Save the date“, empfiehlt Eugen Klein.
Text: Petra Schlemm, Fotos: Archiv RV Isernhagen, privat