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Abenteuer Hop Top Show

Schleppjagd als Schaubild in der Hop Top Show auf der Equitana. Seit Jahren hat es das nicht mehr gegeben. Jetzt stand die Cappenberger Meute wieder im Scheinwerferlicht und hat an vier Abenden mit Pferden und Hunden den Herbst symbolisiert. Bernd Funke, Annika Deckena, Martina Adrian, Antje Sander und Sven Schumacher sind geritten, Sandra Janssen, Manuela Schumacher, Christian Odenthal und Uwe Adrian waren das Bodenpersonal. Antje Sander berichtet von den Auftritten vor ganz großem Publikum: 32.000 Zuschauer saßen bei den Abendshows auf den Rängen.

„Mein Abenteuer beginnt bereits am Donnerstag. Im Vorfeld habe ich beim Amtsveterinär alle erforderlichen Unterlagen und Bescheinigungen eingeholt. Mittags wasche ich mein Pferd, packe den Hänger, hole Annika ab und wir starten aufgeregt in Richtung Gruga Halle, Essen. Wir freuen uns, dass wir unsere Meute und die Jagdreiterei in der Hop Top Show präsentieren dürfen. Der Preis dafür ist, dass einige von uns nicht mit zum Rehrhof fahren können, da sich die Termine überschneiden.


Nach einem etwas komplizierten Check-in stallen wir die Pferde ein. Bernd und Martina sind schon da und haben bereits Futter, Heu und Stroh besorgt.
18 Uhr: 1. Probe ohne Hunde. Zuerst dürfen wir „trocken“ in die große Show-Halle. Die Scheinwerfer leuchten, die Pferde sind entspannt ….
2. Runde, die Musik ertönt… auch das klappt ohne Probleme.
3. Runde mit Blick auf die Uhr…. Kurze Anweisungen vom Regisseur
Alles klar, läuft!
Wir bekommen noch die Anweisung, morgen zur Generalprobe im „Kostüm“ zu erscheinen.
Die Pferde werden versorgt und ich fahre mit vielen Gedanken und Bildern im Kopf nach Hause.

Freitag arbeite ich wie gewohnt. Martina hat morgens die Pferde gefüttert und wir treffen uns um 17 Uhr wieder in Essen. Ich habe meine „Verkleidung“ bereits zurecht gelegt (musste allerdings feststellen, dass der Bruch von der letzten Jagd noch am Revers hing und ziemlich vertrocknet war) und das Auto steht startklar. Bernd trifft mit den Hunden ein und bekommt einen Parkplatz direkt an der Show-Halle zugewiesen. Nach einem leckeren Abendessen satteln wir unsere Pferde und gehen in die Abreithalle zum „Kringelreiten“. Unser Bodenpersonal steht bereit und lässt die  Hunde raus, die uns wedelnd begrüßen.



Auf zur Generalprobe… alles ist minutengenau geplant und das Equitana-Team hält uns stets auf dem Laufenden. „Noch 1 Minute, die Meute bitte zur Halle!“

Die Musik ertönt, die Tür öffnet sich und es geht los. Pferde und Hunde laufen, als ob sie sowas jeden Tag machen würden. Alles klappt reibungslos, super!
Beim Hunde verladen fällt auf, dass unser Parkplatz nicht der optimalste ist, da wir den nachfolgenden Akteuren ziemlich im Weg stehen.
Wir bringen die Pferde in die Boxen um zum Finale pünktlich wieder da zu sein.
Um 1  Uhr bin ich endlich wieder zu Hause und falle müde ins Bett.



Samstag – Eröffnung und Premiere.
Wir treffen uns am Nachmittag zur ersten Shoppingrunde auf der Equitana. Die Pferde hat Annika morgens versorgt und 1 Stunde Führmaschine haben sie auch schon hinter sich.
Ein bisschen nervös bin ich schon. Hoffentlich geht heute Abend alles gut.
Wir haben einen „neuen“ Parkplatz für die Hunde bekommen und eigentlich steht alles unter einem guten Stern.

Um 20.30 Uhr satteln wir (noch entspannt) unsere Pferde und gehen zum (bei den Herren verhassten) Kringelreiten. und dann:

21.15 Uhr SHOWTIME!
Meine Nervosität überträgt sich wohl, denn selbst die Parkplatzmarkierungen scheinen zu meinem Pferd zu sprechen. Unser Bodenpersonal lässt die Hunde raus und wir drehen noch eine kleine Runde über den Messeparkplatz.
„Die Meute bitte zur Halle“!

Vor uns zeigen Mitja Hinzpeter und das Team Signum Sattelservice Garrocha-Arbeit der südeuropäischen Arbeitsreitweisen. Und dabei wird es ganz schön heiß, denn Garrochas und Hindernisse brennen!
Wir stehen hinter der Tür und hören den Applaus. Mein Pferd piaffiert hektisch, was nicht unbedingt zu meiner Beruhigung beiträgt… Wir schauen uns an und sind uns sicher, dass keines unserer Pferde die Halle betreten wird.


Stimme aus dem Off: „Das Jagdhorn ertönt, der Nebel lichtet sich. Galoppierende Pferde und bellende Hunde. Im schnellen Tempo über Wiesen, Wald und Felder. Über jedes Hindernis hinweg… Horrido….Horrido“
Die Cappenberger Fanfare ertönt… die Tür geht auf!
Unsere Pferde spitzen die Ohren und schreiten mutig voran. Die Hunde bellen, wedeln, freuen sich.
Das Publikum applaudiert. GÄNSEHAUT PUR!
Leider dürfen wir keine Schleppe legen, sondern nur die Hunde im Schritt, Trab und Galopp führen. Wir traben an, galoppieren los. Das Publikum klatscht im Takt der Musik und Svens Pferd zeigt seine besondere Begeisterung mit ein paar Bocksprüngen.
Unter dem Applaus des Publikums galoppieren wir aus der Halle. Geschafft … alles gut gegangen!
Auf dem Weg zum Stallzelt kommt uns Lorenzo mit 14 Pferden entgegen, die alle im Gänsemarsch hinter ihm her laufen …. Wie macht der das???
Wir versorgen unsere Pferde und gehen zurück zur Halle zum Finale. Hier haben wir uns entschieden, dass jeder einen Hund an die Leine nimmt, damit bei anderen Akteuren kein Chaos entsteht, wenn wir mit der gesamten Meute kommen.
Nach dem Finale verladen wir unsere Pferde und fahren nach Hause. Ich bin um 1.30 Uhr nachts endlich zu Hause und noch völlig berauscht von der Atmosphäre. Trotz Müdigkeit dauert es noch einige Zeit bis ich einschlafen kann.


Mittwoch geht es weiter. Gegen Mittag starten wir wieder mit unseren Hunden und Pferden nach Essen. Der Jagdreitertreff steht an und wir freuen uns „unseren Fanclub“ begrüßen zu dürfen.
Kurz vor Beginn der Show sitzen wir noch gemütlich in Halle 8 zusammen und ich freue mich besonders, dass ich einige Norderneyer treffe, die ich lange nicht gesehen habe. Annika hat ihre Verwandtschaft nach Essen gebracht.
Die Show beginnt und wir gehen ins Stallzelt um unsere Pferde zu satteln. Wir sind schon etwas besser organisiert und stehen uns beim „verkleiden“ in unserer Krempelbox weniger im Weg.


Warmreiten und ab zur Halle. Auch hier haben wir unseren Weg optimiert. So schaffen wir es, nicht mehr in die 30 köpfige Camargue-Herde zu geraten. Mit unseren Hunden stehen wir kurz später wieder hinter der Tür und sind nicht weniger aufgeregt als bei der Premiere. Der Trailer ertönt, die Tür öffnet sich, die Scheinwerfer blenden. Es geht los! Es ist ein unglaubliches Gefühl in diese große Halle einzureiten. Die Hunde folgen uns freudig. Bei einem kurzen Blick in unseren „Fan-Block“ sehe ich meine Mutter aufgeregt auf ihrem Sitz wibbeln. Ich glaube, sie ist noch nervöser als ich.
Auch in dieser Show läuft alles wie geschmiert. Nach dem Finale fahren wir müde nach Hause. Die Pferde bleiben in Essen und für Donnerstag haben wir uns bereits organisiert um die Pferde zu versorgen und zu bewegen.


Freitag Showtime:
Ein bereits super eingespieltes Team reist an. Die Pferde gehen mittags schon in die Führanlage während wir in der Sonne sitzen. Die Pferde werden geputzt, Bernd bringt die Hunde mit, kurze Shoppingtour über die Messe. Wir beobachten (wie jeden Tag), wie die meisten Showpferde neu eingeflochten oder gewaschen werden. Gut, dass wir damit nichts zu tun haben.


Die Show läuft wieder wie geschmiert, außer dass ein Hund ein dickes Häufchen in die Halle setzt, natürlich unter großem Gelächter des Publikums. Tja, immer für einen Scherz gut!


Ein bißchen Schlafmangel sieht man uns am Samstag schon an und wir sind froh heute die letzte Show zu reiten. In den Messehallen ist es extrem voll, so dass eine Shoppingtour keinen Sinn mehr macht. Wir sitzen am Stallzelt in der Sonne und schauen dem regen Treiben auf dem Parkplatz zu. Heute ist Pony-Tag und viele Reitschulen sind zu Schaubildern angereist.
Am Abend putzen und satteln wir ein letztes Mal unsere Pferde und holen die Hunde aus dem Anhänger. Leider läuft diesmal nicht alles wie geplant. Da sich hinter der Showhalle eine riesige Baustelle befindet ist hier alles mit Bauzäunen und Absperrgittern stark verengt. Außerdem scheinen alle nervöser und hektischer zu sein als in den  vergangenen Tagen.
Kurz vor unserem Einritt scheppert es im Eingangsbereich. Eein Absperrgitter fällt um, die Pferde und Hunde springen erschrocken auseinander. Bernd bläst kurz ins Horn, unser Bodenpersonal springt geistesgegenwärtig herbei.
Die Zeit ist zu knapp, die Tür wird bereits geöffnet.  Einige Hunde sind zum Hänger zurückgelaufen und wir nehmen kurzerhand nur die Hunde mit, die schon wieder bei uns sind. … diesmal reiten wir unsere Show nur mit halber Meute. Nach unserem Ausritt begrüßt uns die 2. Hälfte freudig am Hänger. Wie ärgerlich, aber es sind eben Tiere und keiner hat mit dem Zwischenfall gerechnet.
Wir bringen unsere Pferde zurück in den Stall und gehen zum letzten Finale. In dieser Nacht bin ich um 1.30 Uhr zu Hause und froh morgen nicht wieder nach Essen zu fahren. Ich schneide feierlich mein „Equitana-Bändchen“ vom Arm ab und gehe ins Bett. Es war ein unglaubliches Erlebnis die Hop-Top Show reiten zu dürfen. Wir waren ein tolles Team, haben viel Spaß gehabt und möchten diese Erfahrung nicht missen. Auch wenn Annika sagt „Jagden reiten ist schon viel toller als so ein Show Circus!“


Text und Bilder: Antje Sander. Weitere Fotos: Karolin Heepmann

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