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Von Comebacks und Newcomern

Luhmühlen – da pilgern sie alle hin, die Kenner und die Könner und die Jagdreiter, die mal sehen wollen, was so ganz allein im Gelände möglich ist. Der Heideboden ist das richtige „Pflaster“ für ein Comeback. Dafür gab es eine ganze Reihe Beispiele: Jens Möllering, Lucinda Green und Bettina Hoy zum Beispiel.

Hoy war nie richtig weg, aber in diesem Jahr hat alles gepasst für sie, die schon 1978 (!) zum ersten Mal in Luhmühlen ritt und jetzt – mit 54 - mit Seigneur Medicott zum dritten Mal Deutsche Meisterin wurde. Dazu noch Dritte in der Vier-Sterne-Prüfung mit ihrem eigenen Pferd, Designer. Jetzt ist sie auf EM-Kurs und zeigt eindrucksvoll, dass man nie aufgeben soll, sei es wenn die privaten Umstände sich ändern – Stichwort: Scheidung – oder wenn es mal sportlich nicht so läuft, weil die Pferde nicht so wollen wie sie sollen. „Die hat sich so doll gefreut“, hat nicht nur Jens Möllering gesehen.


Das galt auch für ihn, der als Master im Oktober 2016 einen schweren Sturz erlebte und jetzt die Meute des Hamburger Schleppjagdvereins am Gelände-Samstag auf dem großen Platz im Schaubild vorstellte. „Es ging super“, fand er selbst, nachdem er am 17. Mai noch auf dem OP-Tisch gelegen hatte, um sich vom Eisen befreien zu lassen, das ihm eingebaut worden war nach dem Sturz in Jesteburg. Kein Wunder, hatte er doch mega-prominente Begleitung in seiner Equipage. Zur Feier des 60jährigen Jubiläums der Luhmühlener Vielseitigkeit hatte die Turniergesellschaft Lucinda Green eingeladen, die noch unter ihrem Mädchennamen Prior-Palmer in Luhmühlen schon Weltmeisterin – Einzel und Mannschaft - gewesen ist. „Sie fand die Hundearbeit bei uns genauso entspannt wie zu Hause“, berichtet Möllering von seiner Pikörin ehrenhalber. Am Sonntag hat sie noch schnell einen Lehrgang gegeben in Sahrendorf und dann ist sie wieder nach England geflogen. Da haben die anderen noch „gechillt“ in Luhmühlen und die Ritte der Stars verfolgt. Besonders interessiert natürlich die von Ingrid Klimke, 4. mit Hale Bob und 6. mit ihrem Nachwuchs-Pferd Weisse Düne und von Vanessa Bölting mit ihrem selbstgezogenen Bundeschampion Carlsson B.


Wo Comebacks waren, da gab es auch Newcomer. Vor ganz großem Publikum trat Leonard Möllering auf im Kids Cross Country. Der Papa am Führzügel und zu Fuß die Sprünge überwindend, die Andrea "Lolo" Hupfeld im Carlo-Rabeler-Sudermühlen-Mini-Format für die kleinen Sportler gebaut hatte. Bürste, Hecke, Ententeich – alles da und „wie bei den Großen“. Den Ententeich konnten die Führer allerdings trockenen Fußes überwinden. „Ein großer Schritt“, verriet der Master als stolzer Vater. Zum Auftakt hatte es noch einen Schreckmoment gegeben als Leos Pony von der Kulisse überwältigt die Nerven verlor und der Vater den Sohn gerade noch auffangen konnte. Blitzschnell wurde umgesessen auf das Pony von Eva Rabeler. Diese Coolness imponierte sogar dem prominenten Richter. „So kurz vor der Prüfung noch einen Pferdewechsel - das habe sogar ich noch nicht mitgemacht“, versicherte „Super-Michi“Jung. Von dem ist auch Möllering sen. spätestens jetzt ein Fan. „Der hatte für alle Kinder ein nettes Wort.“


Hinschmelz-Faktor: Hoch! Der Kids Cross Country am Donnerstag vor den Augen der Princess Royal – auch sie feierte ein Comeback in Luhmühlen, wo sie schon selbst geritten ist – war ein Publikums Highlight. Die internationalen Fotografen ließen ihre Kameras heißlaufen. „Ich habe bestimmt 2000 Aufnahmen“, zählte ein amerikanischer Fotograf nach.  Und die einschlägigen social media waren hinterher voll von niedlichen Kindern in Tweed („Aus den Tiefen von Reitsport Michaelis“) auf fein herausgebrachten Ponys, geführt von ebenso Ton-in-Ton gestylten Eltern. Wer diese Prüfung verpasst hat, der kann eine neue Chance wahrnehmen an Pfingsten 2018 . Am Reitstall Wesenberg von Andrea Hupfeld ist das eine Tradition geworden. Der Probelauf für Luhmühlen fand in diesem Jahr schon zum dritten Mal statt. „Zum großen Teil Hamburger Kids Club“, beschreibt Jens Möllering das Teilnehmerfeld. Man kann eben nicht früh genug anfangen mit erfolgreicher Nachwuchsarbeit.
Text: Petra Schlemm und Fotos: Thomas Ix