Ein 50. Geburtstag ist definitiv ein Anlass zum Feiern. Erst recht, wenn er auf einen Samstag fällt. Wie feiern Jagdreiter? Sie reiten natürlich. Und wenn sie zur Taunus-Meute gehören, dann erst recht.
Daß die Bodenverhältnisse im Taunus an einem 24. Februar eine Jagd wahrscheinlich nicht zulassen, war den Organisatoren von vornherein klar - aber im schlimmsten Fall kommen nur 10 Mann und es wird Schritt geritten. Aber geritten wird! Da war sich Julia Läßig, Präsidentin der Taunusmeute im Vorfeld sehr sicher.
Start auf jeden Fall Hof Hirtenberg, auf der Anlage von Vereinsmitglied Dr. Konstantin Mettenheimer. Ziel sollte der Eichelbacher Hof sein, auf dem sich im Jahr 1968 sieben Menschen fanden, die die Leidenschaft zum Jagdreiten teilten.
Leider hat einerseits der Sturm „Friederike“ die Wege versperrt, andererseits war ein Teil der Waldwege Richtung Eichelbacher Hof nicht nur schneebedeckt sondern in weiten Teilen vereist. Und trotzdem - oder jetzt erst Recht? Geritten wurde, sogar hinter den Hunden. 27 Reiter und auch die Bläser der Rallye Rheingau folgten der Einladung in den Taunus und trotzten der Eiseskälte. Stelldichein in der Reithalle bei wärmenden Gasheizern und eisgekühltem Sekt. 
Dr. Michael Weiler kam in Personalunion in drei Ämtern - als Vertreter der Deutschen Schleppjagdvereinigung, in deren Vorstand er ist, als Präsident der Vogelsbergmeute- die dieses Jahr ebenfalls Jubiläum feiert - und als Vertreter des Pferdesportverbandes Hessen- Nassau. Der PSV hatte einen Silberteller gestiftet, den Dr. Weiler feierlich überreichte.
Der Teller wurde dann auch würdig eingeweiht: dem Jubiläum angemessen und zu den Temperaturen passend gab es am Stopp Glühwein aus silbernen Bechern - auf eben diesem Silberteller dargereicht.

Besonders freute sich Julia Läßig über die Gäste aus dem Norden - Eugen Klein, Ausrichter diverser Jagden und Jagdherr u.a. der Schleppjagd in Isernhagen, Jan Sievers, Schleppenleger und Urgestein der Cappenberger Meute („wer hätte das gedacht, daß ich mal im Taunus reite...“) und auch Christoph Deiters scheuten den weiten Weg nicht. Der war auch ganz glücklich „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viel reiten“. Und tatsächlich war trotz des gefrorenen Bodens auf den laubgefederten Waldwegen sogar Galopp möglich.


Die weiteste Anreise hatte Bennett Opitz. Der Stipendiat der First Troop Philadelphia City Cavalry kam extra aus London angereist. Die älteste aktive Kavallerieinheit der Vereinigten Staaten nimmt einmal jährlich einen ausländischen Studenten auf - so vor einigen Jahren den Jubiläums-Gastgeber Konstantin Mettenheimer - und sendet einen einheimischen Militärangehörigen ins Ausland. Bennett reitet in seiner Heimat hinter der Meute der Thornton Hill Fort Valley Hounds in Virginia.
Der Abend klang aus im nahe gelegenen Gasthaus zur Linde und brachte neben zahlreichen weiteren Mitgliedern noch weitere liebe Gäste, neben drei Altmastern, Jochen Kraft, Klaus Felgenhauer und Gerhard Sauer, auch den Master der Frankenmeute, Uwe Hochbrückner und den Präsidenten Dr. Armin Kirchdorfer. Gefeiert wurde wie es sich gehört bis spät in die Nacht oder eher bis früh in den Morgen..
Das war der Auftakt der Feiern zum Gedenken an das Gründungsjahr - weitere Eckpfeiler werden die Eröffnungsjagd am 1. September und die Abschlussjagd rund um die Ronneburg am 3.November – Hubertus - sein.
Schon im Gründungsjahr wurde die erste Abschlussjagd der Taunusmeute rund um die Ronneburg geritten- und so soll es auch dieses Jahr sein. Zu dieser Jubiläumsjagd haben der Master der Frankenmeute und auch der der Böhmer Harrier fest zugesagt, mit ihren Hunden dazu zu kommen. Der Abend wird wie gewohnt mit einem Ball im Bandsaal der Ronneburg ausklingen.

Text: Julia Läßig und Bilder: Klaus Schreiber