Es ist jedes Jahr ein Wetter-Wagnis. Am letzten Februarwochenende steht traditionell das Jagdwochenende in Hermannsburg im Jagdkalender der Cappenberger Meute und die Meteorologen hatten schon im Vorfeld frostige Temperaturen vorhergesagt. Das konnte aber kaum jemand schrecken. Anreise wie geplant Richtung Norden.
Freitag Nachmittag wurden die Bodenverhältnisse getestet im Rahmen eines kleinen Hundetrainings. „Alles bestens. Am Samstag kann gejagt werden,“ lautetet der Befund. „Und danach schnell ins Warme und erstmal ein kleines Getränk zum innerlichen Aufwärmen.“ Abends füllte sich die Gaststube des „Misselhorner Hofes“ und es trafen sich viele Freunde, auch aus anderen Meuten: Mitglieder des Warendorfer Schleppjagdvereins, des Schleppjagdvereins von Bayern, Vogelsbergmeute, Niedersachsenmeute.
Am Samstagmorgen wurde zunächst gemütlich gefrühstückt. Die Sonne zeigte sich und die Temperaturen waren gefühlt gar nicht so eisig wie zunächst befürchtet. Alle waren warm eingepackt und 34 Reiter haben sich ins Jagdbuch eingetragen. Die Pferde wurden gesattelt und gemeinsam zum Heideparkplatz geritten. Auf dem Weg dorthin pfiff ein eisiger Ostwind und die Reiter wurden schon mal kalt eingeweht. Nach einer kurzen Ansprache der Jagdherren Cornelia Funke und Stephan Geldsetzer ging es auf die erste Schleppe. Es sollte gemäßigt geritten werden, was auch ganz gut klappte. Auch die zweite Schleppe war gut reitbar, obwohl drei Reiter bis dahin - ohne Folgen - gestürzt waren. Somit wurde nach der dritte Schleppe auf eine weitere Schleppe verzichtet und stattdessen eine Schauschleppe ohne Begleitung des Feldes gelegt. Nach der Halalischleppe - die wiederum geritten wurde - sah man nur glückliche Gesichter. Die Stimmung und Atmosphäre während der Jagd im Feld war einzigartig. Nach dem Curée wurden die Hunde wieder verladen und die Pferde kamen zurück in den Stall. Im Misselhorner Hof gab es für alle eine stärkende Suppe, die alle Reiter wieder auftaute.
Abends war zum Reiterball der Pferdefreunde geladen. Das Team rund um Familie Meyer hatte die Scheune auf Hochglanz gebracht. Das Essen war ein Gedicht und dann wurde die Tanzfläche eröffnet. Es wurde bis weit hinter Mitternacht gefeiert.
Text: Annika Deckena