Wenn Engel reiten - dann ist die Nagelsche Jagd auf Baumanns Hof in Kirchdorf. Hans und Claudia Nagel hatte zu einer Frühjahrs-Jagd geladen und wohl kaum damit gerechnet dass die Teilnehmerzahl so hoch ausfallen würde. Wer wollte, konnte schon am Freitag anreisen, es wurde Nachmittags ein Ausritt in die Heide angeboten, wobei über die Sprünge, teils alter Bestand, teils durch Hans Nagel und Team neu gebaut, trainiert werden durfte; ein tolles Angebot, denn für die meisten war es nicht nur die erste Jagd des Jahres, sondern auch das erste Trainingsangebot, da durch die winterlichen Verhältnisse vorher nichts in dieser Richtung möglich war.

Diese Möglichkeit nahmen tatsächlich schon 40 Reiter mit ihren Pferden wahr, und nach dem Pferd und Mensch in besten Stallungen und wunderbaren Zimmern untergebracht waren, ging es nach einem sehr leckeren Imbiss à la Stelldichein, gestiftet von den Baumanns Hof-Inhabern Astrid und Ulf in die Heide! Hier erwartete die Reiter nicht nur gutes Wetter, 1a Geläuf und massiv und fair gebaute Hindernisse, sondern auch in der Strecke eine schöne Abwechslung zwischen Wald und Heide. Ein sehr disziplinierter 1 ½-stündigen Ausritt legte die Stimmungs-Grundlage für den Abend an einem schmackhaften warmen Buffet und mit guten Gesprächen.

Samstag-Jagdtag: Hans und Claudia Nagel hatten in die Kirchdorfer Heide geladen und sie kamen vom tiefsten Süden und aus dem höchsten Norden der Republik, um diese Jagd zu reiten. Und sie taten recht daran, denn die Voraussetzungen waren hervorragend: Traum-Jagdwetter, nicht zu warm und nicht zu kalt, ein bisschen Sonne, bestes Geläuf und optimal gebaute (Hans Nagel)-Sprünge und dazu die hoch motivierte Cappenberger Meute. Nachdem der Jagdherr noch einmal wegen der großen Felder, und der langen Winterpause zu äußerster reiterlicher Disziplin gemahnt hatte, gingen die 9 Koppeln Foxhounds der Cappenberger mit herrlichem Geläut vor 60 Reitern (!) auf die Reise über elf Kilometer.



Der Scent muss gut gelegen haben, denn die Hounds machten ihre Arbeit erstklassig. Die Equipage hatte wenig Arbeit und machte die dafür umso gründlicher, so dass der gute Ruf der Cappenberger-Meute mit 1a bestätigt wurde.




Alle Reiter nahmen sich die Mahnung zur Disziplin zu Herzen, so dass bis auf einen Runterfaller (in diesem "Fall" der Autor selbst) keinerlei Schäden an Mensch und Tier entstanden sind. Ein Jagd mit flottem Tempo, das die Cappenberger Hounds vorlegten, abwechselnd mit offenen Flächen und Wald, herrlich zu reitenden Sprüngen, gab allen Teilnehmern einen wunderbaren Einstieg in die Frühjahrssaison. Nach drei Schleppen ein Stopp, bevor es dann nach weiteren zwei Schleppen zum Halaliplatz mit Halalisprung mit Wasserdurchritt ging!
Die 60 Brüche überreichten die Jagdherrschaft Claudia und Hans Nagel und der Cappenberger Huntsman Bernd Funke, und nach der Versorgung von Hund und Pferd wurde auf der Stallgasse von Baumanns Hof die hocherfolgreiche Jagd mit Imbiss, Süppchen und Hot Whisky gefeiert.

Das Abendprogramm wurde mit allerlei Köstlichkeiten vom Smoker in der Feierscheune des "Baumanns Hof" gestartet. Danach fand eine Ehrung der besonderen Art statt, die mich persönlich sehr berührt hat. Rolf Junge, Dr.Dr. Wolfhart Lindner, Jochen Nolte und Bruno Wolf wurden von der Jagdherrschaft Hans und Claudia Nagel „vor die Front“ gebeten und der Gesellschaft so vorgestellt: „Herren wie diesen vieren, denen seit Jahrzehnten kein Weg zu weit, keine Jagd zu schwer, kein Wetter zu schlecht war um Jagd zu reiten, verdanken wir mit, dass unser Jagdsport noch existiert. Immer Vorbild für die Jüngeren, immer vorne dabei, nie Gemecker, aber immer gute Ratschläge -wenn gewünscht. So soll es sein, und wir danken ihnen ganz herzlich für ihr großartiges Engagement!" Mit einer Flasche besten Tropfens und Küsschen von Claudia Nagel wurden die Herren mit tosendem Applaus auf ihre Plätze entlassen, und nach einem Dankeschön an das Helferteam, das ebenfalls mit gutem Tropfen ausgestattet wurde, übernahm dann ein DiscJockey die Unterhaltung des weiteren Abends und sorgte für fröhliches feiern bis in die frühen Morgenstunden.
Mögen noch viele Nagel’sche Jagden auf Baumanns Hof geritten werden: ein traumhaftes Erlebnis für Reiter, Hunde, Pferde, und auch Zuschauer!
Text: Axel Henrich, Bilder: privat