Die „zwei ungleichen Schwestern“ haben wieder Familientreffen. Vielseitigkeit und Jagdreiten kommt zusammen in der Heide von Luhmühlen. Und die Jagdreiter gucken nicht nur zu sondern helfen auch tatkräftig mit. So ist Dr. Armin Kirchdorfer, Präsident der Frankenmeute, einer der fünf diensthabenden Tierärzte.

Am Samstag wird er zuständig sein für einen Teil der Strecke und hätte dort im Ernstfall Erstversorgung zu leisten während sein „Hiwi“ den Ambulanzwagen heranzulotsen hätte. Die Hilfskraft ist in diesem Fall der Franken-Master, Uwe Hochbrückner. „Sonst ist es immer umgekehrt“, amüsierte sich Kirchdorfer an „Hof Sudermühlens Jagdszene“ – Sprung 7 für die 3***-Reiter und Nummer 10 in der 4****-Prüfung. Hochkonzentriert studierten die beiden die „Insider-Skizze“ der Geländestrecke auf der Karte. Dort sind neben dem Streckenverlauf auch viele weitere wichtige Positionen verzeichnet – das Modell hat Kirchdorfer schon vor Jahren aus Luhmühlen mitgenommen und in das Orga-Schema seiner Meute einbezogen. „So wissen bei uns immer alle ganz genau, was wo abläuft und Kommunikationspannen werden vermieden.“ Er ist nicht zum ersten Mal als Offizieller in der Heide. „Man lernt hier jedes Mal wieder etwas dazu.“

Sportlich ging es bereits seit Donnerstag hoch her auf dem Dressurviereck. Julia Krajewski führt die Wertung um die deutsche Meisterschaft an, gefolgt von Bettina Hoy und Ingrid Klimke. Krajewski beendete die Dressur mit ihrem „Springpony“ Samurai du Thot mit dem top-Ergebnis von 19,90 Punkten (was im vorigen Jahr mit dem bis dahin geltenden Ko-Effizienten noch 29,8 bedeutet hätte). Bettina Hoy, gerade in die Hall of Fame von Luhmühlen aufgenommen, kam mit Designer auf 21,20 Punkte. Die amtierende Europameisterin Ingrid Klimke und ihr (ehemaliges) Jagdpferd Bobby, der jetzt schon lange Horseware’s Hale Bob heißt, ist ihr dicht auf den Fersen: 21,9 Punkte . Kai Rüder und Andreas Ostholt, die die Heide auch in Sudermühlen als Jagdreiter kennen, rangieren auf Platz 11 bzw. 13.
In der Vier-Sterne-Prüfung geht der Holländer Tim Lips als Führender ins Gelände. Mit dem Schimmel Bayro kam er auf 24,10 Punkte in der Dressur, gefolgt von Jesse Campbell (Neuseeland)/Cleveland und Shane Rose (Australien) mit dem Holsteiner CP Qualified. Stark ist das britische Team vertreten – Chris Bartle coacht jeden einzelnen Reiter mit senem ganzen Engagement.
Die Geländestrecke – erster Starter um 8.45 Uhr – wrd allgemein als deutlich schwerer als 2017 bewertet, als Mike Etherington-Smith sich dem Gelände als Designer angenähert hat.
Text: Petra Schlemm und Fotos: Thomas Ix und ps
Mehr Info: Luhmuehlen.de