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"MMB" als Ponymutter in Luhmühlen

Der Jagdreiter Jochen Wernicke (Bad Nenndorf) hatte sie sofort erkannt. „Das war doch Meredith?“ Richtig gesehen, das war Meredith Michaels-Beerbaum und wie immer unverkennbar fabelhaft frisiert.  Nicht dass die Olympia-Springreiterin sich jetzt auf Vielseitigkeit verlegt hätte. Aber „MMB“ betreute in Luhmühlen als Ponymutter ihre Tochter Brianne, die im Team der Meldereiter unterwegs war mit ihrem kleinen Palomino Magic.

Pony-Meldereiter in Luhmühlen. „Das ist ein sehr begehrter Job“, erklärte die Team-Leiterin Constanze von Zieseniß, die in diesem Jahr aus 30 Bewerbungen ihre Crew von 16 Reitern zusammenstellte. Aber ein erster Start in Luhmühlen ist möglich, wenn man zwischen 8 und 14 Jahre alt ist und ein Pony reitet. Turniererfahrung, möglichst schon in einem Geländereiter-Wettbewerb, ist natürlich auch hilfreich. Aus Kassel kam der Meldereiter mit der weitesten Anreise in diesem Jahr. Und die lohnt sich, denn die Reiter werden von Charles Owen ausgestattet mit Helm, Weste und Schabracke. Dann kann die erste „richtige“ Vielseitigkeit schon bald kommen.


Constanze von Zieseniß ist früher selbst schon Meldereiter gewesen und organisiert die Attraktion von Luhmühlen bereits im zwölften Jahr. Diesen Job hat sie von ihrer Mutter übernommen. Auch andere Meldereiter haben eine Familientradition aus Luhmühlen vorzuweisen. So tritt Maxi Ella Raden in die Fußstapfen ihrer Mutter Nicola, die 1982 als Meldereiterin dabei war als Luhmühlen die Weltmeisterschaft ausrichtete. Isalie Baumgart ist die jüngste von vier Töchtern aus dem Verdener (Springreiter)-Haus Baumgart. Die drei älteren Schwestern haben ihr Appetit gemacht. Und den hat auch Brianne Beerbaum bekommen, als sie Isalie im vorigen Jahr bei deren Premiere in das Vielseitigkeits-Mekka begleitet hat. Das wolle sie auch machen, hat sie da beschlossen. „Das ist ganz schön anstrengend. Die reiten den ganzen Tag,“ bewunderte MBB jetzt ihre Tochter als der Plan umgesetzt wurde.



Die Tradition der Meldereiter hat Luhmühlen aus Badminton entlehnt. Dort sind die Kinder in Jodhpurs und Jagdreiter-Tweed unterwegs. „Das Publikum liebt die Melde-Reiter und wir werden das weiter machen, auch wenn es in der heutigen digitalen Zeit nicht mehr wirklich nötig wäre,“ versichert Constanze von Zieseniß. Heute reiten die Kinder zu ihnen zugewiesenen Hindernissen und holen die Zettel der Hindernis-Richter im Pack für jeweils zehn Reiter.  „In dem Gewimmel müssen die ganz schön wasserfest sein“, hieß es.
Text und Fotos: Petra Schlemm