Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Fränkische Road Shows in dritter Auflage

Die Frankenmeute hat sich auch dieses Jahr wieder dem Ziel verschrieben, allen  Jagd-Aspiranten, ob Pferd oder Mensch, die Möglichkeit zu geben, im Jagdreiten gemeinsam anzukommen. Junge oder junggebliebene Reiter, die sich für sportliches Reiten im Gelände in der Gruppe interessieren oder erfahrene Reiter, die ein junges oder „neues“ Pferd an das Reiten in der Gruppe heranführen wollen, alle fanden gute Gelegenheit dazu bei drei Veranstaltungen. Das Konzept, die Reiter gemeinsam mit den Vereinen und Jagd- Veranstaltern „vor Ort abzuholen“ hat sich wieder einmal als absolut richtig erwiesen. Bei den drei Veranstaltungen schnupperten die einen in den Jagdsport hinein, und die anderen nutzten gleich alle drei Termine und gewöhnten ihre jungen Pferde.

Rainer Herbst und Petra Geißler luden zum ersten Termin nach Alfershausen ein und hatten neben dem herzlichen Empfang und einer super Streckenauswahl auch den Ort für den theoretischen Vortrag vom Präsident der Frankenmeute Dr. med. vet. Armin Kirchdorfer besonders ausgewählt: in der Stallgasse konnten die Pferde des Reiterhofes das Geschehen verfolgen und hätten gegebenenfalls Dr. Kirchdorfer mit ihrem Fachwissen als erfahrene Jagdpferde unterstützen können. Scheinbar trug er aber alles zu ihrer Zufriedenheit vor, denn es meldete sich kein Pferd zu Wort.
Den zweiten Termin richtete der Reitverein Wassertrüdingen in Altentrüdingen sehr liebevoll aus und hatte das Reiterstübchen für den Vortrag und das Beisammensein wunderschön vorbereitet. Auch bei dieser Road Show spürte man in jedem Detail die große Erfahrung der Verantwortlichen im Reitverein, der schon seit vielen Jahren Schleppjagden mit der Frankenmeute veranstaltet. Die aktive Vereinsarbeit zahlte sich auch hier aus und so nahmen viele Vereinsmitglieder an der Road Show teil.
Zum dritten Termin lud der Reitclub Trautskirchen nun zum dritten Mal nach Trautskirchen ein, diesmal mit neuer Streckenauswahl aber dem wie immer sehr herzlichen Willkommen im Vereinsheim und dem super leckeren Essen. Vielleicht war es der Wiederholung geschuldet, der super Disziplin der Reiter oder der guten Strecke, jedenfalls wurde hier schon beim zweiten „Run“ ein sportliches Tempo vorgelegt, das sich bis zum Ende gut halten ließ.


Im nunmehr dritten Jahr der Road Show-Initiative hat sich auch beim Frankenmeute-Team einiges getan: alle Verantwortlichen können nun mit einer gewissen Gelassenheit der verantwortungsvollen Aufgabe entgegensehen ein Reiterfeld aus „Jagdreiter- Anfängern“ und vierbeinigen „Jungspunden“ zu führen.
„Aber was soll denn bitte daran besonders sein?“ wird sich so mancher denken. Zum einen nehmen die Verantwortlichen der Frankenmeute ihren „Job“ und ihre Verantwortung stets sehr ernst. Werb weiss, was alles so passieren kann, wenn doppeltes Unwissen von wahlweise Reiter oder Pferd zusammenkommt, erlebt bei jeder Veranstaltung auch immer eine gewisse Nervenanspannung. Dank der guten Vorbereitung durch die Vorträge von Präsident Dr. Armin Kirchdorfer, Erfahrung des Organisationsteams und der Spitzenpartner vor Ort ging auch dieses Jahr wie bisher alles gut und strahlende Gesichter belohnten alle, die sich mit den Road Shows so viel Mühe gaben.
Standen in den früheren Jahren Ausbildung und Training für Reiter und Pferd im Vordergrund, gestaltete Dr. Armin Kirchdorfer seinen theoretischen Vortrag dieses Jahr inhaltlich neu und richtete ihn ganz auf das Reiten der Schleppjagd an sich aus. Und so erfuhren die Teilnehmer in einem referierenden Parforceritt durch die Wissenschaft des Jagdreitens alles was man wissen muss und auch vieles Interessantes, was ein tieferes Verständnis des Geschehens bei der Jagd ermöglicht und so den Genuss an der Schleppjagd verstärkt.
Wie organisiert man eigentlich eine Schleppjagd, von der Gestaltung der Einladung, Streckenauswahl, Schleppengestaltung, Hindernisbau bis zur Durchführung am Tag X? Was sind die Aufgaben des Masters, der Equipage, der Piköre, des Schleppenlegers? Warum muss der Schleppenleger ein besonders zuverlässiger und sattelfester Reiter sein? Weil die Beagles im Falle eines Sturzes das weggaloppierende Pferd bis zum St. Nimmerleinstag verfolgen würden - sie sind eben Jagdhunde. Das war dann auch das absolute Highlight, so viel über das Wesen und die Eigenheiten der Beagles zu erfahren. Denn die eifrigen Beagles mit den sehr feinen Nasen folgen dem Trittsiegel des Pferdes des Schleppenlegers, aber eben nicht dem „Fußschweiß“ des Pferdes wie man oft hört, sondern den Bodenverletzungen, die das Pferd verursacht. Und darum kann so eine von einem Reh gelegte Bodenspur auch ganz furchtbar interessant sein und zur Verfolgung animieren. Also legt der kluge Schleppenleger das Ende des Runs nicht ausgerechnet neben ein Gebüsch in dem sich diese tierische Ablenkung gerne verbirgt, sondern mittig in eine schöne Wiese. Auch die Runs an sich kann man mit dem Wissen um die Eigenheiten der Hunde besser planen: hohes Gras? Besser nicht, das ist doch auf die Dauer sehr anstrengend. Viele scharfe Kurven? Ein super Test der Spurtreue der Hunde, aber auch eine große Herausforderung. Also bei der nächsten Schleppjagd ganz genau aufpassen, wie die Beagles der Frankenmeute diese Prüfung bestehen. Tiefer Boden, sehr harter Boden? Geht gar nicht, weder für die Hunde, vor allem nicht für die Pferde. Das und vieles mehr konnten die Zuhörer lernen und verstehen nun wesentlich besser die Hunde und das Jagdgeschehen.
Text: Reinula Böcker und Fotos: Petra Geißler und Tiffany Thürauf