Hunde, Pferde und Reiter kommen aus der Sommerpause – und Spaziergänger auch. Als Einstieg in die Herbstsaison hat sich Axel Henrich die Jagd mit der Ostwestfalen-Meute und Master Friedel Sielemann in der Oerlinghauser Senne ausgesucht. Eine gute Wahl, wie er schildert. Und aufregend war es auch.
Hier ist sein Bericht: „Am Bartholdskrug hatte man sich den Stelldichein-Platz auf einer großen Wiese ausgesucht, die großzügig Raum bot für die Transporter, Lösen der Hunde, Aufsitzen und Schritt reiten, und auch die Curée konnte später hier stattfinden. Temperaturen um 25 Grad waren für die Pferde und Hunde und damit auch für die Reiter erträglich, der Staub auf dem schön zu reitenden Sandboden eher weniger. Eine wirklich kleine Truppe machte sich nach kurzer Ansprache des Masters auf ins Jagdgebiet. Ganz nach meiner Vorstellung einer Jagd: Hunde, Pferde und Reiter wurden auf dem Weg zum ersten Anlegen aufgewärmt ("abgeritten" wird auf Reitturnieren).

Im Jagdgebiet angekommen das kurze Anlegen: Bei der Ostwestfalenmeute haben die Hunde (und die Reiter) der Konzentration wegen still zu sein bis zum Kommando "Na dann, ziiieh Fuchs". Mit großem Geläut gingen die 14 Koppeln Hounds auf die Spur - ein großartiges Erlebnis nach der langen Sommerpause.
Gleich auf der ersten Schleppe zwei Vorkommnisse, die auch jeder schon ähnlich erlebt hat: An einer Spitzkehre verloren die Hounds in purem Sand die Spur. Der Master ließ die Meute vorbildlich lange suchen und arbeiten, aber musste dann doch schweren Herzens die Hunde aufnehmen und (kommentierend mit dem SCH....-Wort), auf der nicht zu findenden Spur weiter reiten, um es dann auf dem jetzt spärlich mit Gras bewachsenen Weg erneut zu versuchen. Wie ausgewechselt gingen die Hounds, nach dem schon wohlbekannten "Ziiiieh Fuchs", abermals mit großen Geläut auf die Spur. Sie haben trotz Sand und Staub während der gesamten Jagd die Spur nicht wieder verloren, überschossen hin und wieder zwar, aber der Master gab ihnen, sehr zu meiner Freude, immer die Zeit zum arbeiten um die Spur wieder zu finden. So verstehe ich Schleppjagd!

Das zweite Vorkommnis, immer noch auf der ersten Schleppe: Ein Rudel Spaziergänger mit Hunden, manche mit zweien, eine Dame sogar mit drei Hunden an den Leinen trat auf, gerade an einem Wegekreuz, das die Schleppenlegerin eben schon passiert hatte und geriet somit ohne Vorwarnung genau zwischen Schleppenreiter und Meute. Hier zeigte sich die Großartigkeit dieser Hunde. Ein kurzer Stopp zum Hallo-Sagen bei den sechs „privaten“ Artgenossen und weiter ging es. Keinerlei Aggression, weder zu Mensch noch zu Tier, aber natürlich ein R i e s e n schreck für die Hundehalter, um die sich Lady-Huntsman Heike Sielemann erst einmal kümmern musste, um als Krankenschwester Schockzustände zu mildern. Eine der Damen hatte vor Schreck ihren Chihuahua so fest an sich gedrückt, dass sie befürchtete ihn zerdrückt zu haben. Dem war aber nicht so, ihm war keinerlei Leid geschehen. Was lernt man daraus? Man kann noch so umsichtig sein, der Zufall kann einem trotzdem noch einen Streich spielen. Da kann man nur froh sein solch Fremdhundsichere Hunde erzogen zu haben. Kompliment an das OWM-Team.
Die weiteren acht Schleppen verliefen vergleichsweise „normal“. Die Hounds stellten ihr ganzes Können zur Schau auf den reichlich mit Zick-Zack-Wegen versehenen Schleppen. Sie liefen trotz schlechtem Scent-Wetter und reichlich Staub großartig. Eine Freude für jeden Jagdreiter! Die Nähe der Reiter zu den Hunden, die bei der OWM erwünscht ist und gefördert wird, ließ eine Mitreiterin ins Schwärmen kommen: „Ich ritt ja nun direkt hinter den Hunden und irgendwie ergab es sich, dass wir beim Anlegen mit ein Auge auf die Hunde hatten und "Donnerlittchen" irgendwann für sich den Job erkannte und regelrecht eigeninitiativ die Meute zusammenhielt und Ausreißern den Weg versperrte. Sie stand ganz selig an „ihren“ Hunden, als hätte sie nie was anderes gemacht. Ich war echt überrascht, und es hat viel Spaß gemacht, mal so nah dran sein zu dürfen.“

Sehr schön zu beobachten war auch die Arbeit der (ausschließlich weiblichen) Piköre, die sehr umsichtig ihre Arbeit verrichteten, ohne Geschrei und Peitschengeknalle. In aller Ruhe führten sie die Irrläufer, meist Junghunde, die das erste Mal mitliefen, in die Meute zurück. Und sehr, sehr schön zu hören die Bläser, die wirklich jede Möglichkeit nutzen, uns mit jagdlichen Stücken zu begleiten. Das war schon Gänsehaut!

Hindernisse waren nicht extra gebaut, aber wer das Bielefelder Reitgelände kennt, der weiß, dass es förmlich mit Hindernissen gespickt ist, so dass jeder, der springen wollte auf seine Kosten kam.
Nach der letzten Schleppe geleiteten großartig umsichtige DRK-Mitarbeiter, die als Ersthelfer nichts zu tun hatten, aber von sich aus die Streckenposten unterstützten, beim Weg über die Strasse zurück zum Halali-Platz. Eine großartig geführte und ausgerichtete Jagd ging zu Ende, die die Bläser mit dem „Großen Halali“ abschlossen – mein Lieblingsstück!
Nachdem die Hunde genossen gemacht und die Pferde versorgt waren, klang die Jagd im Bartholds Krug aus. Die Vorsitzende des RuF Ubbedissen, die als Pikörin die Jagd mit geritten ist, versprach alles dranzusetzen, dass wir diese herrliche Jagd im nächsten und in den folgenden Jahren weiter durchführen können.“

Text: Axel Henrich, Fotos: Axel Henrich und Jessica Jess