Das darf man wohl gerne einen geordneten Übergang nennen. Geplant war es von langer Hand, jetzt ist es offiziell: Fiona Freifrau von Elverfeldt ist neben Busso Freise die neue Joint Master von Deutschlands einziger Bluthund-Meute. Beim festlichen Hunt Dinner der „Weser Vale“ Hunt hat Master Horst Moog der erfahrenen Jagdreiterin das Rufhorn übergeben.

Die junge Baronin, die auch Polo gespielt hat und bei der „grünen“ Jagd aktiv und gut vernetzt ist, kennt die Bloodhounds und ihre Eigenarten seit Kindesbeinen, reitet seit 25 Jahren mit der Meute. „Nur ich habe mehr Jagden mit unserer Meute erlebt als Fiona“, sagt Busso Freise (77). Die Mutter von zwei kleinen Kindern führt die Hunde bereits seit längerer Zeit mit Busso und Angela Freise, die die Meute vor fast 30 Jahren von den in Detmold stationierten Engländern der Household Cavalry übernommen haben.

Auf Schloss Niesen in Willebadessen wachsen bereits zwei Hündinnen und zwei Rüden von zwei Meuten aus Belgien und Holland heran. Aura und Able, Albert und Angus sollen den Grundstock bilden für die Meute der Zukunft. Die beiden jungen Hündinnen kommen aus Belgien von der Rallye Ma Joie unter Master Maarten Majoie, die beiden Rüden stammen aus der holländischen Midland Hunt von Master Dick van Haaren.

Auf Gut Hegge – zwei Kilometer außerhalb des Dorfes und damit aus der Zone von Lärmbelästigungen - entstehen die neuen permanenten Kennels. Die zehn zur Zeit aktiven älteren Hunde stehen noch weiter bei Busso und Angela Freise auf dem Rosenkotten bei Detmold. Bislang ist von Elverfeldt zweimal wöchentlich zu Freises gefahren, inzwischen geht die einstündige Anfahrt umgekehrt nach Niesen um mit allen Hunden gemeinsam zu trainieren. „Ich habe das gute Gefühl, dass alles vernünftig übergeht in eine geordnete Zukunft“, freut sich Busso Freise, der die Hunde ehemals eher überstürzt übernommen hat, weil die ursprüngliche Personalplanung nach dem Rückzug der Engländer über den Haufen geworfen werden musste. Seine Frau hat er damals telefonisch informiert über die rasante Wendung ihrer beider Privatleben als Angela Freise gerade in Düsseldorf auf einer Einkaufsreise für ihr Modegeschäft gewesen ist. „Und dann haben wir versucht, die Hunde mit den uns vorliegenden Papieren zusammenzubringen,“ wird aus den Anfängen gerne erzählt.

Wie bei dem Ehepaar Freise bleibt die Meuteführung bei der Weser Vale Hunt auch weiterhin Familiensache. Der Vielseitigkeitsreiter Friedrich „Fides“ von Elverfeldt ist Fionas 1st Whipper-In, also Erster Pikör, so wie Angela Freise ihren Mann unterstützt. Und Jagdreiten ist bei der neuen Joint Master auch genetisch verankert. Ihr Vater Peter Vickery ist als englischer Offizier schon in der 1969 gegründeten Weser Vale Meute geritten. Seine Mutter Audrey - also Fionas Großmutter - war in England Master der New Forest Buckhounds.
Die nächste große Aufgabe warten bereits auf die Joint Master: Im kommenden Jahr 2019 feiert die Weser Vale das 50jährige Jubiläum. Busso Freise: „Und wir haben bis dahin hoffentlich die Weichen für das nächste halbe Jahrhundert richtig gestellt.“
Text: Petra Schlemm und Fotos: Thomas Ix und Jes Johannsen