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Cledith – Berufsziel: Jagdpferd – 4.Teil

So langsam wird’s was. Die Jagd-Premiere ist schon terminiert. Axel Henrich berichtet von der weiteren  Entwicklung von Cledith alias Julchen auf dem Weg zum Jagdpferd. Alles wird gut – so scheint es zur Zeit. Und ein neuer Sattel war auch fällig.

Es hat sich so einiges ereignet seit dem letzten Beitrag. Eine Osteopathin  hat sich Julchen genauer angeschaut, und außer einer leichten Störung im Kreuzdarmbeinbereich, war alles gut. Sie nimmt jetzt auch immer besser das Gebiss an, und zumindest zuhause bleibt die Zunge drin. Ursachen, die auf das Zungenproblem hindeuten könnten wurden auch weiterhin nicht gefunden. Der “Winker“ stört beim Reiten allerdings überhaupt nicht. Weil sie die Zunge nur auf der linken Seite rausstreckt, riet mir ein guter Freund jetzt kürzlich beim Reiten nur rechts am Kopf vorbei zu schauen, dann würde es mich auch nicht stören. Toller Vorschlag. Selbstverständlich werde ich ihn annehmen, dafür hat man gute Freunde. Einfach genial!
Heute kam ihr neuer Sattel, in hellbraun, der nach einigen Malen Einfetten in eine Mahagonifarbe wechseln soll. Bin mal gespannt. Der Sattel sieht aber auch so gut aus auf dem schwarzen Fell; natürlich ist es ein Flachsitzer, ohne Klötze!



Wer schon mal einen Lehrgang bei mir mitgemacht hat, der kennt auch die Gründe für meine Entscheidung. Flachsitzer deshalb, weil sich hier am günstigsten der leichte Sitz verwirklichen läßt; bei dem nach hinten geschobenen Gesäß bleibe ich  am  Sattel, ohne mit meinem Hintern an den Sattelrand zu stoßen! Klötze geben ein falsches Gefühl von Sicherheit, zwängen den Reiter in eine bestimmte Sitzform und lassen nur bis einem begrenzten Maß das Verkürzen der Bügel verkürzen zu, will ich mit dem Knie nicht über die Klötze kommen!
 
Die gymnastizierende Arbeit mit (leichtem) biegen, stellen und Seitengängen kommt so langsam an, und hat das Pferd schon um einiges geschmeidiger gemacht. Allerdings bleibt hier noch viel Arbeit für die Brut- und Setzzeit zu tun, ihr  Ausbildungsstand ist immer noch "alte Remonte".
Weiterhin wird vor und nach dem Reiten die Kieferflexion betrieben, was eine äußerst hilfreiche Übung ist. Mittlerweile habe ich selbst gelernt es richtig auszuführen, nach allergenauester Anweisung durch "Chefin von Alles" gemäß dem Motto, das meine Mutter so gerne zitiert hat: "Man kann so alt werden wie eine Kuh, man lernt noch immer was dazu"! Soviel kann ich jetzt schon dazu sagen: Es hätte meine Arbeit in den vergangenen 60 Jahren wesentlich erleichtern können, wäre mir diese Übung früher vertraut gewesen!


 
Reiten "im Feld" üben wir zu dritt mit unseren drei Pferden. Unsere Mitreiterin Annabel- Moonligth Dancer, meine Frau Martina mit Lily und ich mit Julchen, wir wechseln uns im Gelände ständig so ab, das jeder in jeder Position reiten muss. Das bereitet keinerlei Probleme. Julchen bleibt dort wo sie bleiben soll und springt alles was da so kommt mit Ruhe und Übersicht. Wir dürfen jetzt endlich auch wieder ins Gelände, wo der Sturm "Friederike" uns rund 30 neue Hindernisse beschert hat.


Alle Hindernisse wurden schon mit Bravour getestet und Hofhund Leo, der eigentlich beim Nachbarn wohnt, hat mit seinen Hütehund-Genen bereits für ausreichendes freundlichstes "Hunde kennenlernen" gesorgt, sodass wir frischen Mutes am 24. März die Jagd in Kirchdorf angehen werden.


 
Lustig ist dass ich "Cledith" wie sie ja damals noch geheißen hat, von August Cappenberg gekauft habe. Schon damals habe ich gesagt, dass dies ja eigentlich eine Verpflichtung bedeute ihr Debüt bei der Cappenberger Meute zu reiten, und genau dies wird jetzt eintreten: bei der Nagel’schen Jagd in Kirchdorf wird sie hinter der Cappenberger Meute ihren jagdlichen Einstand geben! Ich bin gespannt.
Text: Axel Henrich und Fotos: Martina Henrich
Zur vorherigen Folge 3 geht es hier: