Deutsche Schleppjagd im französischen Fernsehen. Jetzt sind auch in Frankreich die Gegner der Parforce Jagd aufgewacht und machen aktiv mobil gegen die Hetzjagd mit Hunden auf lebendes Wild. Deutschland lebt schon lange – und gut – mit dem ”Hunting Ban” mit dem sich die Jagdreiter in England immer noch zu arrangieren suchen. Ein Journalist des französischen Politik-Senders LCP hat jetzt in der Lüneburger Heide die Taunus-Meute gefilmt und Stimmen eingefangen.

Das Parlament in Paris wird sich mit der Chasse á Courre befassen und Félix Uhel dreht für eine Reportage zum Thema, die in Kürze im Fernsehen zu sehen sein wird. Er stellt die Jahrhunderte alte Tradition der Parforce Jagd in Kontrast zum unblutigen Sport in Deutschland. In Severloh hat er die Trainingsjagd hinter den Foxhounds aus dem Taunus begleitet.
Fast hätte das Wetter einen Strich durch dien Arbeiten gemacht. Am Donnerstag waren die Pfützen in der Heide noch vereist, aber am Sonntag war der Boden gut zu bereiten und die TV-Arbeit generalstabsmäßg eingefügt in den Jagdablauf. Besonders die französischen Elemente in der deutschen Schleppjagd – das Tenue, die Musik, das Halali – beeindruckten den Beobachter aus dem Nachbarland. Aber er war auch interessiert an dem sportlichen Element, vor allem an den vielen Sprüngen unterwegs, die in Frankreich eher nicht vorkommen. ”Wir fahren auf jeden Fall”, hatte Julia Läßig im Vorfeld versprochen und ihre Zusage nicht bereuen müssen. Für das Fernsehen agierte sie als kenntnisreiche Erklärerin unterwegs und Martin Kessler hat Schumi-like chauffiert, damit keine wichtige Einstellung ungedreht blieb. Da zeigte sich augenfällig auch gleich ein wichtiger Unterschied zwischen Wild- und Schleppjagd. Nämlich, dass die Schleppjagd eben weitgehend planbar ist und es nicht dem Fuchs oder Hasen überlassen bleibt, wohin die Reise geht. ”Das hat den Journalisten wohl überzeugt.”
Willibald Müller als Kenner beider Jagdarten hat vor dem Mikrofon Stellung bezogen. Reiten, um zu jagen oder Jagen, um zu reiten? Diese unterschiedlichen Ansichten trennen Jagdreiter allerorten. ”Ich bin gespannt, welches Material verwendet werden wird. Ich werde in Frankreich vermutlich nicht eingeladen werden”, bekannte Julia Läßig als Vorsitzende der Taunus-Meute, nachdem sie durchblicken lassen hatte, dass ihre Passion eher der unblutigen Version des Hunting gehört.
Die März-Traininngsgstage in der Heide standen zum zweiten Mal auf dem Programm der Taunusmeute. In diesem Jahr wurde damit auch das zwanzigjährige Bestehen der Jagdreiter Fulda gefeiert. Mehr als 50 Gäste fanden sich zum Jubiläumsabend am Freitag in der Fuhrmannschänke ein. Bei der Trainingsjagd am Sonntag gingen mehr als 30 Reiter auf die Schleppe.
Text: Petra Schlemm und Foto: Suat Yilmaz