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Zum Geburtstag Sonne und zwei Meuten

Die Heide um Hermannsburg ist ein Juwel, bei jedem Wetter zu bereiten und besonders schön an solch einem strahlenden Spätwinter-Sonnentag wie jetzt im Februar als Harald Mayer einen markanten Geburtstag gefeiert hat. Dazu hatte er „seine“ HSJV-Meute eingeladen und an den traditionellen Cappenberger Jagd-Termin angedockt. Zwei Meuten an einem kühl-klaren Tag, unter sonnigem blauem Himmel, über fantastischen Boden und gute Hindernisse, dazu die Signale der Rallye Trompes de la Bruyère – solch ein Fest ist denkwürdig, auch ohne Geburtstag, der schon im November gewesen ist – aber trotzdem von allen Gästen noch gerne wieder bedacht wurde.

Nach dem Stelldichein der Reiter am malerischen Schafstall auf dem Misselhorner Hof ein unkompliziertes Zusammenführen der beiden Meuten: Die Cappenberger Equipage um Stephan Geldsetzer und Bernd Funke luden aus und kamen direkt vom Meutewagen, die Hamburger mit Jens Möllering und Heiko Lindner nach einer halben Runde Schritt auf der Rennbahn von „oben“ auf den großen Platz. „Ach, Ihr auch hier…?“ – und das war’s.

Wie ein einziges Pack, allerdings wegen konditioneller Unterschiede ziemlich weit auseinandergezogen, zogen die Hounds ab auf den sieben Schleppen hinter Jan Sievers (CM) und Annalen Kahnenbley (HSJV), geführt von Hans Mensing (RV Bergen). 63 Reiter in zwei Feldern hinter 32 Hounds – sehr ordentlich für diesen frühen Zeitpunkt im Jahr.



Das frühe Datum im Jahr war wohl auch die Ursache für mehrere Absteiger, auch von Reitern, die mit derartigen „Einlagen“ sonst nichts zu tun haben – aber alles ohne ernste Verluste. Nach dem Motto „Wenn ich zum Tanzen geh, tut mir mein Fuß nicht weh“ war spätestens am Abend beim Fest im historischen Misselhorner „Saal“ alles wieder gut und die abgängigen Hounds, die in einer tiefen Senke der Heidefläche einen anderen Weg fanden als den vorgesehenen, auch wieder sichergestellt.

Und sei es, dass Mr. Ix mit seinem zuverlässigen „Hunter“ Defender sie persönlich einfangen musste. „Sie sind individuell geworden“, formulierte es Dr. Tilmann Sachs bei seiner „Jagdkritik“ zur Suppe im Anschluss an den Ritt, der „wie ein Film an ihm vorbeigezogen ist.“

Stephan Geldsetzer erinnerte sich bei seinem ausführlichen Dank an den Jagdherrn zurück an alte Zeiten. Im 34. Jahr ist er jetzt in Hermannsburg geritten, mit 16 zum ersten Mal. „Damals waren um mich herum lauter alte Onkels….“



Immer wieder schön zu sehen, wie gute Reiter aus Zufalls-Funden vielversprechende Jagdpferde formen. So hat Irmgard Sievers als lang gediente Cappenberger Pikörin wieder einen Rohdiamanten unter dem Sattel. „An den Hunden ist sie schon sehr gut, an der Kontrolle bei Tempo unterwegs können wir noch arbeiten“, sagt sie über die hübsche siebenjährige Dunkelfuchs-Stute, die ihr Vater vor einem Jahr auf einer Stallgasse in Holland entdeckt hat.

„Irmchen kriegt die schon hin“, ist der Bauer aus Börger sicher. Und es sah sehr danach aus als ob er (wieder einmal) Recht hätte.


Text und Bilder: Petra Schlemm