Er hat den aussichtslosen Kampf verloren. Nur wenige Tage, nachdem die Ärzte ihn endgültig aufgegeben hatten, ist Wilfried Ebel in der Nacht zum 23. Februar gestorben. Fast 35 Jahre Berufserfahrung als professioneller Huntsman und die Erlebnisse bei weit über 1200 Jagden sind jetzt verloren. Die deutschen Meutehalter müssen verzichten auf einen kenntnisreichen Kynologen, der bis zu seinem Tod wach und aufmerksam die Szene beobachtet hat und immer mit einem guten Rat zur Stelle war – wenn er denn gefragt wurde, denn aufgedrängt hat er sich nie.

Noch keine drei Jahre her: Ehrenhuntsman Wulfried Ebel wurde 80 mit Master Christian Coenen und seinem Nachfolger Heiko Burchard.
Erst vor kurzem war der Ehrenhuntsman des RWS wegen einer leichten Lungenentzündung ins Krankenhaus von Wesel eingeliefert worden. Dort hat ihn der Master des RWS noch besuchen können, und Christian Coenen fand ihn „zufrieden mit seinem Leben und bereit.“ Interessiert hat er Anteil genommen an den Planungen für die Meutehaltertagung Ende März beim Brandenburger Hunting Club, die er nun selbst nicht mehr erleben wird.

Einzelheiten für die Beisetzung und Abschiedsfeier am Haus Schwarzenstein werden noch festgelegt. Aber das ist sicher: Die nächste Junghundeschau – wie immer am ersten Samstag im Juli – wird anders werden als sonst. Im Ring stand Wilfried Ebel dort schon lange nicht mehr, aber als hoch konzentriert beobachtender Zuschauer ist er auch im Rentenalter immer dabei gewesen. Noch 2017 stand er für die Bewertung der Betriebssicherheitsprüfung auf der Richter-Plattform.

Wilfried Ebel wurde 82 Jahre alt. Am 4. April hätte er den nächsten Geburtstag feiern können.
Text: Petra Schlemm und Fotos: PS und Elke Stemann