So hatte er es sich gewünscht. Wie bei einer Junghundeschau war das Haus Schwarzenstein in Drevenack nach der Beisetzung von Wilfried Ebel drangvoller Treffpunkt für „seine große Familie“ und Master und Huntsmen anderer Meuten. Mit großem Geleit war der Ehrenhuntsman des RWS zuvor auf dem Friedhof in Schermbeck beerdigt worden im Grab seiner früh verstorbenen Tochter.

Als hätten sie um den Anlass gewusst, standen die zwei großen Foxhounds artig und leise mit der Equipage, zuerst an der Kapelle und begleiteten dann ihren Master Christian Coenen mit der Urne. Ebels Nachfolger Heiko Burchard hatte den elf Monate alten Eton und Dobbie, den Champion 2017, ausgewählt für die traurige Pflicht, und erst als die Reihe der Abschiednehmenden am offenen Grab gar nicht abreißen wollte, legte sich der Junghund zu Füßen der Equipage, die geschlossen im Tenue angetreten war um ihrem langjährigen Lehrmeister die letzte Ehre zu erweisen.
Bei „irischem Jagdwetter“ – nass und stürmisch – trafen sich die von weit angereisten Schleppjäger des RWS und aus etlichen anderen Meuten zum letzten Stelldichein für Ebel, der seit 1972 in Schwarzenstein zu Hause gewesen ist und dort über Jahrzehnte seinen Ruf als Pferde- und Hundemann gefestigt hat. Freunde und Familie haben ihm einen würdigen Abschied bereitet. In sehr persönlichen Worten erinnerten die Pastorin Christiane Münker-Lütkehans und der RWS-Präsident Ulrich Hocker an das Leben des Bauernsohns aus dem Wendland, der lange der einzige professionelle berittene Huntsman in Deutschland gewesen ist. Heiko Burchard, der Ebel 2003 im Amt abgelöst hat, beherzigt seither erfolgreich was sein Lehrmeister ihm gleich zu Beginn seiner Ausbildung im Umgang mit den Hunden mit auf den Weg gegeben hat: „Ruhe bewahren, der Meute Sicherheit geben.“ Von Ratschlägen wie diesem wurde viel gesprochen unter den Hundeleuten beim Kaffeetrinken. Wie bei der jährlichen Junghundeschau eben, bei denen Ebel so lange ein Fixpunkt gewesen ist.
Text und Foto: PS