Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Kinder wollen Ellwangen - Eltern auch

Ein Lehrgangswochenende für junge Jagdreiter mit der Meute in Ellwangen: Wie schon in den Jahren zuvor, so hatte auch in diesem Jahr die Hardt Meute zu einem Jagdreiterlehrgang für Kinder und Jugendliche auf dem Jagsttalhof der Familie Hilsenbek in Ellwangen-Rindelbach geladen. Organisiert und durchgeführt wurde der Lehrgang von Bettina und Clemens von Welck.

Bettina, die eine Bläserkollegin von uns bei den „Krefelder Parforcehornbläsern“ ist, hatte uns angesprochen, ob wir nicht Zeit und Lust hätten, mit unseren beiden Töchtern Sophie und Christin daran teilzunehmen. Die Kinder waren sofort von der Idee begeistert und da wir selbst (Cappenberger) Jagdreiter sind und unsere Kinder auch mehrmals in der Woche auf dem Rücken der Pferde sitzen, haben wir ihr Angebot gerne angenommen.


Bei bestem Wetter trafen wir am Samstagmittag mit den übrigen Teilnehmern zum Stelldichein auf dem Jagsttalhof in Rindelbach ein. Unsere Mädchen waren sehr aufgeregt und konnten es kaum erwarten zu erfahren, welche Ponys sie wohl bekämen.


Nach einer herzlichen Begrüßung und einem Sektempfang ging es dann auch bald los. 19 Kinder und Jugendliche im Alter von vier bis sechzehn Jahren hatten sich zu diesem Lehrgang angemeldet und diese galt es jetzt in unterschiedliche Gruppen einzuteilen und ihnen passende Pferde und Ponys zuzuweisen.


Bettina startete zunächst mit den jüngsten Anfängern auf dem „Geländeplatz“ des Hofes. Dort befand sich alles, was man zum üben für einen solchen Lehrgang benötigt: Von kleinen Baumstämmen bis zu einem zehn Meter langen Wassergraben und einer Brücke. Geführt von den Eltern und Helfern übten die Kleinen im Schritt und im Trab über die Baumstämme, die Brücke und durch das Wasser zu gehen, wobei die Helfer zum Teil durch enorme sportliche Höchstleistungen beim Führen auf sich aufmerksam machten.


Danach durften dann auch endlich unsere Mädels mit ihren beiden Ponys loslegen. Ihre Gruppe durfte, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase im Schritt, auch im Trab und Galopp einen kleinen „Baumstammparcours“ absolvieren, und die Kinder lernten dabei, wie man ein Hindernis anreitet, reagiert, wenn das Pferd ausweicht und man sich beim Sprung sicher im Sattel hält. Natürlich überquerten sie auch die Brücke und den Wassergraben. Das Wetter war sehr warm und in den Gesichtern der Kinder spiegelte sich schon bald die Idee, den Wassergraben später auch ohne Pferd auszutesten.


Clemens übernahm die Gruppe der Fortgeschrittenen und ließ sie auf dem malerisch im Wald gelegenen Naturspringplatz in der Nähe der Anlage erste Erfahrungen mit Naturhindernissen machen. Wir als erfahrene Jagdreiter waren von diesen Trainingsmöglichkeiten mehr als begeistert und die Teilnehmer zeigten Freude und zugleich auch Anspannung vor den zu erwartenden Aufgaben.


Nach zweistündigem intensivem Training benötigten Teilnehmer und Eltern eine Pause. Die Pferde wurden versorgt und auf die Weide gelassen. Alle versammelten sich zu Kaffee und Kuchen auf dem Springplatz im Wald.


Die Hardt Meute hatte sich eine ganz besondere Überraschung einfallen lassen: Master Andrea Wiehn kam mit neun Welpen aus der Meute im Alter zwischen 3 und 6 Monaten zur Reitanlage und nach einem kurzen Spaziergang ging es dann ebenfalls zur Kaffeetafel im Wald. Wir Erwachsenen tranken Kaffee und aßen vom herrlichen Kuchen, während die “Kleineren“ wenig Zeit zum Essen hatten. Sie spielten begeistert mit den Hunden.


Nach der langen wunderschönen Pause spazierten wir zurück zur Reitanlage. Dort erwartete uns bereits der Grillmeister, der schon die ersten Würstchen und Koteletts aufgelegt hatte. Die Kinder gönnten sich eine kurze Essenspause und setzten dann ihr Vorhaben vom Nachmittag in die Tat um. Sie spielten, sprangen ins Wasser und tollten mit den Meutehunden, die den ganzen Abend bei uns blieben. Wie viel Matsch an einem Kind kleben bleibt! Da staunte mancher nicht schlecht.


Wir machten uns währenddessen bei kühlem Bier und Wein einen sehr schönen Abend vor romantischem Lagerfeuer bis auch das letzte Kind vor seiner Müdigkeit kapitulierte und in den Gemeinschaftsschlafraum über der Reithalle verschwand. Ich habe meine Kinder selten so begeistert und glücklich erlebt, wie an diesem Tag.
Am Sonntag startete der Morgen mit einem sehr schönen Frühstück unter freiem Himmel und die Teilnehmer freuten sich auf den zweiten Tag des Lehrgangs, wobei wieder alle Möglichkeiten des Trainingsgeländes in Anspruch genommen wurden. Diesmal hieß es, das Gelernte vom Vortag noch einmal zu festigen und sich dabei nicht von hochsommerlichen Temperaturen ablenken zu lassen.


Nachdem auch dieser Teil bei großer Hitze glücklich absolviert war,  wurde noch einmal gegrillt. Die Kinder spielten wieder sehr ausgiebig  und nutzen sofort die Gelegenheit, sich noch einmal im Graben und im Teich abzukühlen.


Schweren Herzens machten wir uns wieder auf den Heimweg nach Wegberg. Sophie und Christin wären am liebsten dort geblieben.
Der Lehrgang ist eine tolle Möglichkeit, Kinder und Jugendliche an die Tradition des Jagdreitens heranzuführen und damit unsere Begeisterung dafür und die Freude daran an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.


Wir hatten ein wunderschönes und informatives Wochenende in Ellwangen und haben uns schon für das nächste Jahr angemeldet.
Ein besonderer Dank gilt Bettina und Clemens für die Gastfreundlichkeit und die sehr professionelle Organisation des Jugendjagdreiterlehrgangs.
Text: Silke Terveer und Barny Hinrichs, Fotos: Terveer, Axel Hoch und Hardt Meute