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Raupenalarm für Junghundeschau

Der Eichenprozessionsspinner bedroht die Junghundeschau der Deutschen Schleppjagdvereinigung. Auf dem Gelände des Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdvereins wurde an einigen Stellen Befall mit den Schmetterlingen festgestellt, deren Raupen giftige Haare tragen, die sie jetzt vor der Verpuppung gerade verlieren.  Deshalb werden in diesem Jahr einige Provisorien greifen.

Bleibt leer in diesem Jahr - der neue Führring für die Junghundeschau.

Die Vorführ-Ringe werden improvisiert und nahe der Kennelanlage aufgebaut. Dort sind auch die Parkmöglichkeiten für Hunde- und Pferdetransporter und Zelte vorgesehen und auch für Besucher gibt es dort Platz abseits von Bäumen.  „Also bitte bei Ankunft direkt durchs gemauerte Tor am Schloss vorbei zu den Kennels fahren,“ lautet die letzte Regie-Anweisung von Organisatorin Julia Wiesehahn für Teilnehmer und Zuschauer.

Seit Ende der vorigen Woche herrscht Alarmstimmung beim RWS und seither versuchen der Master und der Besitzer des Geländes Abhilfe zu schaffen. „Aber die sachkundigen Schädlingsbekämpfer sind alle ausgebucht mit Terminen an Schulen und Kindertagesstätten. Frühestens in fünf bis sechs Wochen ist da jemand zu bekommen“, war die erste niederschmetternde Auskunft nach unzähligen Telefonaten. Inzwischen besteht Hoffnung, dass sich doch noch ein Sachkundiger findet, der rechtzeitig Abhilfe schaffen kann. Christian Coenen hat das notwendige Gerät dafür bereits auf Abruf bereitgestellt bzw gleich auf das Gelände in Drevenack bringen lassen. Schutzkleidung, ein Traktor und Stromanschluss stehen bereit. „Dann kann es sofort losgehen.“
Bis dahin werden alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die möglich sind. Das ist in erster Linie Kontakt für Menschen, Pferde und Hunde mit den Raupen bzw deren Härchen zu vermeiden. Daher wurde der Führring verlegt und ein neuer Plan für die Gebrauchsprüfungen entwickelt. „In den Wiesen und in der Mitte des Halaliplatzes besteht keine Gefahr“, betont Coenen. „Nur die Zuschauer müssen eben jetzt etwas weiter laufen.“

Der Eichenprozessionsspinner ist ein in Deutschland heimischer nachtaktiver Schmetterling, der als ausgestorben galt, aber sich seit den 1990er Jahren beständig vermehrt. Inzwischen ist er überall in Deutschland zu finden und zu erkennen an Gespinstnestern am Stamm von Eichen, die im Licht stehen, also bevorzugt am Rand von Wäldern und Gehölzen. Der Begriff „Prozession“ rührt daher, dass die bis zu fünf Zentimeter langen Raupen – erkennbar an einem breiten dunklen Streifen auf dem Rücken - in langen, dichten Reihen von bis zu zehn Metern (!) Länge aus dem Nest am Stamm nach oben kriechen und dort in kürzester Zeit die Baumkronen leer fressen. Berührung mit den Härchen, die vom Wind verweht werden, ruft Juckreiz, Hautrötung und Quaddeln hervor. Gelangen die Härchen in die Atemwege, können sie Schwindel, Fieber und Müdigkeit auslösen. Auch Hunde sind gefährdet. Zwar sind sie durch ihr Fell geschützt, aber die Gifthärchen können schwere Entzündungen im Maul- und Rachenraum auslösen.

Noch ein Hinweis für Anreisende am Freitag: Wie in jedem Jahr fällt die Junghunde-Schau mit dem Drevenacker Abendlauf zusammen. Die Anreise sollte daher über Abfahrt Wesel und dann durchs Gewerbegebiet erfolgen.
Text: PS