Zehn Jahre Schleppjagd zu Gast bei Volker und „Trixi“ Aufdemkampe hinter den Foxhounds der Ostwestfalen Meute: ldeale Bedingungen und sogar mehr Reiter als erwartet – es müssen um die 35 gewesen sein – die zu Teilen aus dem Emsland und aus der Nähe von Bremen nach Melle-Oberholsten angereist waren. Sie alle kamen in den Genuss eines herrlichen Jagdtags. Selbst zu Fuß ließ sich das atmosphärische Event gut begleiten.

Das lockere Stelldichein ohne Schnick-Schnack, gepaart mit euphorischen Signalen der Gruppen „Hinter der Meute Westfalen“ und „Fermate Hannover“, weckte die Lust am Aufbruch zur Jagd. So dann ging es auf der ersten Line bergauf, ideal um das oft überschäumende Temperament der Pferde am Beginn des Rittes entsprechend zu drosseln.
So wechselten sich im Laufe des Geschehens hügelige Wald- und Wiesenschleppen ab, wobei das Highlight eine Line durchs sogenannte Reiterwaldstadion mit einigen Hindernissen ist. Dort war die Hundearbeit besonders zu beobachten, als die Hounds den Scent verloren und völlig unaufgeregt suchten, bis der erste wieder Laut gab. Abgeklärt harrten Master und Equipage der Dinge und konnten sich auf die Suchfreude des Packs verlassen, das alsbald dem Jagdfeld wieder die nächsthöheren Gangarten anbot.

Ebenfalls schön zu beobachten waren die unterschiedlichen Altersklassen hoch zu Ross – so waren sowohl erfahrene Semester als auch junge Reiter dabei, so dass man von einer dynamischen Altersstruktur sprechen kann. Vielleicht also ein kleiner Geheimtipp für junge Reiter auch im nächsten Jahr?

Über rund zwölf Kilometer führte der Fuchs das Jagdfeld über Stock und Stein, gar nicht so weit um den Hof herum, das Gelände gut ausgearbeitet und mit einladenden Hindernissen bestückt. Man kam in den Genuss von langem Holz auf grünen Wiesen aber auch Holzstöße zwischen Bäumen auf Waldwegen galt es zu überwinden. Dem ersten Feld gelang dies diszipliniert und ohne Zwischenfälle, das zweite Feld überzeugte ebenfalls durch souveränes Reiten.


So war die reine Jagd auf künstlicher Fährte also ein Mix aus gut suchenden, sicheren sowie professionell geführten Hounds, einer souveränen Equipage, gefolgt von einem dynamischen Jagdfeld. Die abwechslungsreiche Strecke setzte dann noch den entsprechenden Akzent.

Der Dank gilt neben den Landwirten und Jagdpächtern vor allem auch den beiden Bläsergruppen, die es verstanden, stets am richtigen Ort zur richtigen Zeit die passenden Signale zu spielen. Zurück am Hof klang der Tag bei deftigen Schmankerln, Jagdhornklängen und Dankesreden sowie Gesprächen im Jägerlatein aus.
Text: Philipp Jakob und Bilder: Peter Jäger - die Fotogalerie dazu hier pictrs.com/givemeasmile/9829001