Selten wurde über die Hubertusjagd in Isernhagen im Vorfeld so viel nachgedacht und geredet wie in diesem Jahr. War es richtig die Anzahl der Hindernisse zu begrenzen und die Hecken zu stutzen? War die Entscheidung das Schüsseltreiben hinterher in der Reithalle nach dem 2G-Modus, nur für Geimpfte und Genesene durchzuführen diskriminierend und damit unreiterlich? Eugen Klein, der zweite Vorsitzende des RV Isernhagen und Motor der Traditionsjagd, hat mit seinem nur äußerlich breitem Kreuz den mit dieser auf Sicherheit bedachten Entscheidung entfachten „Shitstorm“ ausgehalten und gibt jetzt die Antworten.

Der Jagdtag präsentierte sich mit stabilen November Wetter grau und regnerisch. Dass dennoch an diesem trüben Mittwoch eine ansehnliche Anzahl von 36 Reitern kam, war bemerkenswert, denn schließlich war nicht nur das Wetter mies sondern die Niedersachsen Meute präsentierte in dieser Woche gleich mehrere gut besuchte Jagden.
Etwas über die schnellen spurlauten und disziplinierten Hunde der Niedersachsen Meute zu sagen, ist wie Eulen nach Athen zu tragen.

Das weitläufige Gelände bot die Gelegenheit, die Hunde in großen Bögen zu führen während die erfahrene Celestina Löbbecke als Master der Niedersachsen Meute die Gelegenheit nutzte, durch die ein oder andere Abkürzung im Feld die Hundearbeit zu präsentieren.

Dieses wurde von den Reitern auch genutzt, denn über die Hälfte der Reiter entschieden sich diesmal für das erste Feld.

Die Reaktion auf die geänderte Streckenführung mit weniger Hindernissen und den gestutzten Schlusshecken war ausschließlich positiv und bestärkte die Entscheidung für die Streckenänderung. Trotz des einsetzenden Regens war die Stimmung in den Feldern exzellent. Deshalb zogen nach der Jagd, bei der es keine ernsthaften Verletzungen gab, die geimpften und genesenen Beteiligten in die geheizte Reithalle und genossen dort bei ausgelassener Stimmung den traditionellen Grünkohl. Nach einer launigen Jagdkritik nutzten die Jugend und die jung Gebliebenen die Gunst der Stunde, um bis in die späten Stunden endlich mal wieder zu tanzen.

Summa summarum hat sich die geänderte Streckenführung bewährt und die Veranstalter sind außerordentlich froh, auch die 2G Regel angewendet zu haben. Denn tatsächlich haben sich bei der Veranstaltung etliche Teilnehmer mit Corona infiziert, wobei die Infektionen aufgrund der Impfungen alle einen sehr glimpflichen Krankheitsverlauf nach sich gezogen haben. Ob das bei der Teilnahme Ungeimpfter auch so gewesen wäre, bleibt zum Glück eine reine Spekulation.
Text: Eugen Klein und Bilder: Sabine Schafft und Kerstin Scharf