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Alter Roter Rock und Kürbissuppe in Wense

Eine Ahnung von Schnee hing schon am grauen Himmel, aber das kennt man aus Wense, wenn die Niedersachsenmeute ihre Saison beschließt. Drei beachtliche Felder aus insgesamt 50 Pferden nutzten ein letztes Mal die Gelegenheit für einen knackigen Ritt hinter den Hounds, geführt von Leonard v. Schultzendorff.

Der aktuellen Situation geschuldet, konnte die gewohnte Andacht selbstredend nicht in der kleinen Kapelle stattfinden sondern wurde draußen abgehalten. Und danach ging es auch gleich noch emotional weiter. Master Max Sponagel verlieh den Roten Rock an Constantin zum Felde, der sich auch in Schwarz schon als Pikör nützlich gemacht hat. Der Rock wurde bislang getragen von Constantins Großvater, Dr. Hein Arne zum Felde, auch in dieser Saison noch.

Der Senior ist seit Jahrzehnten Mitglied im Schleppjagdverein  und hat oft genug seinen eigenen Ritt abgebrochen, wenn er als Mediziner gefordert war. „Seine bescheidene, stille Art und die Bereitschaft, im Notfall auf das Eigene zu verzichten und sich dem anderen zuzuwenden ist selten geworden“, betont Egbert v. Schultzendorff. „Und so erklärt sich auch die Entscheidung, den roten Rock abzugeben und sich an der Begeisterung seines Enkels zu erfreuen“.  Und noch eine Besonderheit dieses Moments: Sechs von sieben Mastern der Meute waren dabei, fünf zu Pferd und Casimir von Schultzendorff zu Fuß, als Organisator der Jagd und als frischer dreifacher Familienvater. Sein kleiner Erstgeborener, Cornelius, freute sich am Ende auch schon am Halali-Feuer. Früh übt sich, wer ein Master in vierter Generation werden möchte.


Geritten wurde ohne Corona-Auflagen hinter Ida Eggers als Schleppenlegerin mit Dorothea von Behr. Die drei Felder wurden geführt von Corinna Schröder, Egbert v. Schultzendorff und Johan Ellenrieder, gerade frisch zurück vom „Nat-Urlaub in der Altmark“ (siehe hier).

Das C-Phänomen wurde erst wieder kenntlich beim Curée, wo die Reiter bis auf die Piköre im Sattel blieben und aufgesessen auch ihren Jagdimbiss genossen.

Dabei wurde eines deutlich: Nicht jedes Masterpferd mag Kürbissuppe. Als Max Sponagel seinen Becher in Empfang nahm, machte der Braune kompromisslos klar, dass er das stillos fand. Nach mehreren sehenswerten Bocksprüngen gab es nur noch eine Entscheidung, entweder Max oder die Suppe – und einer flog dann im hohen Bogen. Es war der Becher….  
Zwei private Veranstaltungen noch, dann schreibt die Niedersachsenmeute das Jahr 2022.


Text: PS und Bilder PS und Thomas Ix. Mehr von ihm unter foto-ix.de