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Bayern filmten im Sauerland

„Zum Glück haben wir alle ‘was anderes gelernt“. Mit dieser ernüchterten Erkenntnis und tiefen  Einblicken in den unglamourösen Alltag der Schauspielerei kehrte Toni Wiedemann als Master des Schleppjagdvereins von Bayern von den Dreharbeiten zu „Sisi und ich“ zurück. Mit 20 Reitern und Pferden aus Bayern, drei weiteren aus Hessen und 35 Hounds war der SvB Teil der Filmcrew für den Streifen, der das Leben der Kaiserin Elisabeth von Österreich oder Sisi aus einer anderen, modernen Frauensicht der Hofdame Irma erzählt.

Gedreht wurde nicht wie ursprünglich geplant an Originalschauplätzen in Oberbayern sondern am Schloss Herdringen im Sauerland, schlappe 630 Kilometer Anfahrt aus Bayern entfernt. An insgesamt drei Tagen waren die Schleppjagdreiter vor Ort im Raum Arnsberg, zunächst zu Einsatzbesprechungen und Ortsbesichtigungen, dann zum Reiten von zwei Schleppen und vielen Canter-Szenen. „Die Schauspieler konnten gar nicht  reiten und deshalb mussten dann die Doubles ran. Und dann die gleichen Szenen von rechts, von links und noch mal von unten“, beobachtete Wiedemann während seine Frau Sissi mit der Equipage die Hunde bei Laune hielt.


Schauspieler haben lange Tage: 4.45 Uhr aufstehen, 5.30 Uhr in der Maske, Pferde versorgen, verladen, um 7 Uhr auf dem Pferd, bis zum Abend dauerten die Dreharbeiten am Schloss Herdringen. Die Pferde waren beim RV Arnsberg in einem großen Stallzelt untergebracht. „Unsere Jagdpferde haben das gut überstanden und die Hunde waren fantastisch, ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen, auch nicht, wenn mit  Mikrofonen an langen Stangen über ihren Köpfen herumgefuchtelt wurde.“


Im dritten Quartal 2022 wird man im Kino sehen, ob sich der Einsatz unter Regisseurin Frauke  Finsterwalder gelohnt hat. Und wie der SvB an diesen Auftritt gekommen ist? Das Bayerische Filmförderwerk gehört mit zu den Auftraggebern, und das ist vertraglich gehalten, auch Unternehmen aus Bayern unter Vertrag zu nehmen. Außerdem haben die bayrischen Hunde schon viel Filmerfahrung. Der Streifen über die "Kitschikone" oder auch die "Lady Di des 19. Jahrhunderts" ist bestimmt schon der sechste Film bei dem die Meute aus dem Wittelsbacher Land gelaufen ist. Und beim Einsatz vor Ort kam wieder das Netzwerk unter Jagdreitern zum Tragen. Dagmar von Fürstenberg kennt sich aus im Schloß Herdringen. Sie ist dort geboren. 


Text: Petra Schlemm und Fotos: Dagmar von Fürstenberg