Das Wort des Jahres bei den Jagdreitern steht fest. Es lautet „Absage“ – aber nicht alles ist ausgefallen. Die Cappenberger Meute hat trotzdem einiges möglich gemacht und schöne sportliche Erlebnisse gehabt. Kerstin Stecker hat alles aufgeschrieben.

Nach einem nahezu jagdlosen Jahr 2020 war die Hoffnung aller groß im Februar endlich wieder hinter den Hunden in Hermannsburg reiten zu können. Planungen liefen, Nachrichten und Corona Bestimmungen wurden ebenso akribisch verfolgt wie das Training der Hunde, die die ganze Corona-Pause nicht ansatzweise verstanden. Leider wurden wir alle enttäuscht! Eine Absage zu Beginn des Jahres, “...das kennen wir doch...“ dachte sich der ein oder andere, mit getrübtem Blick auf das vergangene Jahr schielend. Jedoch gab es einen Hoffnungsschimmer, im Oktober könnte Hermannsburg nachgeholt werden. Mit dieser Aussicht im Gepäck ging es weiter.
Dann, die nächsten Rückschläge… Absage der Zechliner Jagdtage des Schleppjagdverein Lipperland e.V. über Pfingsten und die Jagdtage im Westerwald an Fronleichnam. Die Hunde wurden weiter kontinuierlich am Fahrrad trainiert. Immer im Blick - die nächste Jagd kommt bestimmt.
Bei Hans Tegelmann konnten wir dann im Juni wenigstens ein sehr schönes Hundetraining zu Pferd absolvieren. Unser Huntsman hat dazu alle unsere 40 laufenden Hunde mitgenommen. Bei bestem Wetter, schönen Übungsschleppen, glücklichen Reitern und freudig leuchtenden Hundeaugen ging der Tag viel zu schnell vorbei.
Die Junghundeschau in Schwarzenstein fand am 3. Juli statt. Hier konnten acht unserer Foxhounds in den Ring gehen. Mit zweimal „sehr gut“ und zweimal „gut“ konnten wir alle zufrieden die Heimreise antreten.
Im Juli konnten wir ein weiteres auswärtiges Hundetraining auf dem Hof von Peter Heimes in Wuppertal reiten. Das Wetter blieb uns weiterhin gut gesonnen, die Hunde hochmotiviert. Durch die Organisation von Peter Heimes und Christoph Deiters sowie der musikalischen Begleitung der Jagdhornbläsercorps Wülfrath fühlte es sich fast wie eine richtige Jagd an.
Anfang August - jeder Jagdreiter zählte schon tückwärts die Tage bis zur ersten Jagd des Jahres. Corona ist zwar weiterhin in den Nachrichten, aber von Veranstaltungsverboten oder ähnlichem sind wir weit entfernt. So wurde voller Elan ein letztes Auswärtstraining in Dülmen mit 40 Hunden geritten.
Die Eröffnungsjagd des Warendorfer Schleppjagdvereins fand in Geseke im Schloss Eringerfeld am 17. August statt. Große Erleichterung bei den Reitern als jeder endlich auf seinem Pferd den Reitplatz in der Mitte des Schlosses beritt. Die Foxhounds gaben alles um ihrer unbändigen Freude über das überfällige Ereignis Ausdruck zu verleihen. Die Schleppen führten durch das schöne Gelände und wurden durch die spurtreuen Hunde gut ausgearbeitet. Nach dem Halali und dem Cureé klingt die Freude noch lange nach. Die nächste Jagd kann direkt kommen!
So machten wir uns am 19. August auf den Weg nach Haren um dort zwei wunderschöne Jagden zu reiten. Das Team des Reiterhofs Lüssing ist schon bestens vertraut mit der Anwesenheit motivierter Jagdreiter. So konnte Christoph Stecker mit seinem Streckenbau-Team wieder auf die dortige maschinelle Unterstützung verlassen. Die Jagdstrecke war durch den vorausgehenden Regen nicht staubig und die zwei geplanten Jagden fanden bei bestem Wetter statt. Am Sonntag, noch vor dem Frühstück, Hunde verladen und auf zur Eröffnungsjagd des Schleppjagdverein Lipperland e.V. am Schloss und Gut Wendlinghausen. Nach dem Gottesdienst vor dem Schloss ging die Jagd durch das abwechslungsreiche Gelände.

Ein Highlight eines jeden Reiters: Reiten in der Soers beim CHIO in Aachen. Am 12. September begleiteten wir mit unseren Hunden und einer kleinen Jagdgesellschaft die
Hubertusmesse und zeigten kurze Zeit später eine Schauschleppe um unseren traditionsreichen Sport zu demonstrieren. Eine bessere Werbung kann man wohl nicht haben.
Ein weiteres sportliches Wochenende folgte am letzten September-Wochenende. Der Samstag wurde durch die Bückeburger Jagdreiter und der Jagdherrin Verena Zurhellen am Schloss Bückeburg organisiert und ausgerichtet. Motivierte Hunde trafen auf optimal präparierte Schleppen. Sonntags folgte die Jagd am Schloss Clemenswerth in Sögel. Hier konnten die Jagdreiter die wunderschöne Allee hoch zum Schloss galoppieren und den märchenhaften Moment hoch zu Ross hinter den Hunden vor traumhafter Kulisse genießen.
Vom 8.-10. Oktober fanden in Gartow die Jagdtage bei Dr. Mathias Herbst statt. Hier wurden drei sportliche Jagden mit sehr unterschiedlichen Schleppen und hervorragend arbeitende Hunde geritten. Der Spaß und die Freude am Sport konnte jeden Tag aufs Neue erlebt werden.
Nach vielen schönen Jagden kam leider wieder eine Corona bedingte Absage hinzu. Die Jagd durch den Grüngürtel in Köln sollte dieses Jahr nicht stattfinden, steht aber im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder auf unserem Terminkalender!

Wie angekündigt, ritten wir eine Zwei-Meute-Jagd in Hermannsburg auf dem Misselhornerhof. Gemeinsam mit der Taunusmeute jagten wir durch das einmalige Gelände der Heide. Jeder Reiter lobte das Wetter, die Sprünge und die toll arbeitenden Hunde.
Das letzte Oktoberwochenende bedeutete viel Arbeit für unsere 37 Hunde, wir fuhren nach Herzebrock. Dort fiel zwar wegen Corona das traditionelle große Frühstück aus, dafür trafen wir auf perfekt vorbereitetes Gelände mit ebenso schönen Sprüngen und genau so macht Jagdreiten Spaß! Wie die Jahre zuvor auch üblich, ging es nach der Jagd und einer Stärkung weiter nach Börger. Dort konnte die Damen-Equipage mit den Jagdreitern das schöne Gelände mit Sandwegen und Feldschleppen hinter den Hunden genießen.
Am 6. November teilten wir unsere Hunde sowie die Equipage auf. Doppeljagd stand auf dem Programm. Ein Pack bestritt die Jagd des Schleppjagdvereins Lipperland e.V. auf dem Baumannshof inklusive „Irischem Abend“, das andere Pack lief in Bad Laer auf dem Hof Stockmann bei tatsächlich irischem Wetter.
Auch am folgenden Wochenende liefen die Hunde spurtreu und schnell auf den gut vorbereiteten Schleppen in Emlichheim. Begleitet wurden wir hier von vielen Kutschen, was ein besonders schöner Anblick für Reiter und Zuschauer war.
Das Highlight des Jahres die Abschlussjagd in Aselage Ende November. Schon am Freitag trafen wir uns, um das Saisonende einzuläuten. Bei einer schnellen, sportlichen Waldjagd mit anschließendem gutem Essen freuten wir uns auch am Samstag nochmals durch die Wälder im Emsland zu jagen.
Abschließend betrachtet hatten wir viele, schöne, sportlich schnelle Jagden mit tollen Mitreitern und dies erhoffen wir uns ebenfalls für das Jahr 2022, wo auch gerne noch die eine oder andere Jagd hinzukommen darf. Danke an alle und für alles!
Bilder: Archiv S24 und givemeasmile.de