Danke für den schönen Bericht über die Hunde bei Hildegard Baums. Mein Name ist „Quitte“ von der Cappenberger Meute, ich bin 8 Jahre alt. Und ich bin auf dem Sofa angekommen. Vor zwei Jahren habe ich die Initiative ergriffen, bei der Jagd in Köln…. Da sah ich sie. Ich hatte sie schön öfter gesehen, besonders das Pferd ist mir aufgefallen und ich dachte mir, das ist Deine Chance, die oder keine.
Also begann ich systematisch mich einzuschleimen, an den Stops Streicheleinheiten abzuholen, mal ein halbes Brötchen zu schnorren. Prima, das klappte. Die schien mich zu mögen. Bei der Jagd in Krefeld noch einen draufgesetzt… aus dem Pack abgehauen und hinter ihr her zum Auto. Das klappte leider nicht, Huntsman Jürgen hat mich wieder abgeholt und in den LKW gepackt.
Aber dann kam sie immer wieder zum Kennel um MICH zu besuchen und die Gerüchte wurden lauter: „YES! Sie holt mich ab!
Anfang November 2008 war es so weit. Ich wurde wirklich abgeholt. Zusammen mit einem kleinen frechen Jack Russel habe ich mich in den Kofferraum eines Autos gequetscht. Gott sei Dank hatte das Auto kein Hundegitter. Die Fahrt war spaßig, weil ich immer wieder schön über die Lehne auf die Rückbank klettern konnte. Fahrer und Beifahrer wollten das aber nicht und so sind wir alle, also bis auf den Fahrer, 45 Min lustig durchs Auto geklettert. Dummerweise hatte das Auto zwei Tage später dann doch ein Hundegitter!
Irgendwann dann Ankunft. Jetzt wurde es weniger lustig. In einem engen Halsband in ein Gebäude…Treppen hoch. Welch ein Akt. Das habe ich ja noch nie gemacht. Durch eine Türe, scharf links und ich stehe ich einem gekachelten Raum. Was war das jetzt? Jetzt noch um eine Ecke, einer zieht, einer schiebt – ach Du meine Güte: Wasser von oben! Ah – aber warmes Wasser.. Das war gut. Nach etwa 30 Minuten war ich 5x shampooniert, wieder abgeduscht und roch nach Vanille! Gewöhnungsbedürftig, aber gar nicht so schlecht!
Frisch geduscht durfte ich jetzt mein neues Zuhause inspizieren, bekam mein Körbchen gezeigt und endlich gab’s mal was zu essen. Puh, war das warm in der Bude. Im Gegensatz zum Kennel total überheizt!
Ganz nett war, dass ich nie alleine bleiben musste. Die haben sogar mit mir auf dem Sofa geschlafen. Lästig war allerdings, dass jedes Mal wenn ich wach geworden bin, irgendwer das Halsband schnappte und mit mir raus rannte in die Kälte. Was soll das? Irgendwann war mir dann klar: Sämtliche Geschäfte werden draußen erledigt. Ich bin ja nicht doof, und im Kennel macht man ja auch nicht überall hin!
Jeden Morgen fahren wir ins Büro. Da habe ich genau so ein tolles Körbchen wie zu Hause. Jeder mag mich und wenn ich nur lange genug jodele bekomme ich auch von JEDEM Leckerlis. Ich habe mir meine Menschen echt gut erzogen!
Was haben meine Leute gelacht, als sie den Bericht von Hildegard Baums gelesen haben. Das An-der-Leine-gehen hat sich genau so abgespielt. Wie oft bin ich rückwärts aus dem Halsband schlüpft, habe mich einfach hingeworfen oder mich quer gestellt. Irgendwann haben sie allerdings ein Halsband gekauft, daß sich zuzieht. Da war der Spaß vorbei.
Wir fahren jeden Tag zum Stall und gehen ausreiten. Ich habe bis zum heutigen Tag 8 Kilo abgespeckt und bin fit wie ein Turnschuh. Im Kennel war ich nämlich ein Vielfraß und das hat ganz schön angesetzt. Seit ich schlanker geworden bin macht mir das Laufen auch wieder richtig Spaß und über die Wiesen rennen oder mit den Pferden gehen ist für mich das Größte.
Bei uns kann man auch super schwimmen gehen. Im Sommer waren wir ganz oft mit einer Luftmatratze in der Wuppertalsperre schwimmen. Das macht Spaß! Und auf Norderney war ich auch schon 3x wieder. Als Privathund! Zur WM 2010 war ich Deutschlandfan, und ich habe im Garten einen eigenes Planschbecken.
Aber jetzt habe ich soviel von mir erzählt, dass ich fast vergessen hätte meine Leute vorzustellen.
Das ist jetzt meine Familie: Antje und Knabstrupper Indian Boy.
Und dazu gehören der Jack Russell Bungee und mein Herrchen Stephan.
Voll cool, oder?
Herzliche Grüße vom Sofa sendet
Quitte
PS: Von Antje Sander
Was war das größte Problem bei der Integration von Quitte? Vermutlich die anfänglich schwache Personenbindung. Anfangs war sie noch wenig auf mich bezogen und ging gerne mal eigene Wege. Beim Ausreiten hat sie immer mal wieder einen interessanten Geruch in der Nase und machte sich auf die Socken. Rufen, Pfeifen…Fehlanzeige. Aber sie kam immer zurück, mal früher, mal später. Sie hat niemals Wild gejagt. Wir sind schon an Rehen im Abstand von zehn Metern vorbei geritten, die sie keines Blickes gewürdigt hat. Mittlerweile hört sie gut, geht auch „bei Fuß“ am Pferd.
SCHMUSEN und gestreichelt werden ist für sie das Schönste, das geht 24 Stunden ohne Unterbrechung danach kommen FRESSEN und SCHWIMMEN! Da wird den Stall ganz in der Nähe von der Wuppertalsperre haben ging sie anfangs gerne mal los zum Schwimmen. Also auf’s Pferd… runter zur Wupper und da paddelte sie dann! Keine Pfütze und kein Tümpel sind vor ihr sicher.
Zu Hause ist sie dann auch immer mal wieder auf dem Garten getürmt, um in der Nachbarschaft die Katzennäpfe zu leeren. Einmal verschwand sie spurlos aus dem Garten. Rufen, Pfeifen keine Quitti in Sicht. Nach ca. 30 Min stand sie wieder vor der Tür und bettelte um Einlass. Den Bauch dick und rund und eine „blutverschmierte“ Nase. Wir haben natürlich gedacht…o nein, jetzt hat sie ne Katze erwischt. … Feuchter Lappen und den Hund sauber gemacht… irgendwann kam mir in den Sinn mal am Lappen zu riechen. ..es war Bolognese-Sauce! Also hat sie irgendwo Spaghetti gekaut. Verfressen ist sie immer noch. Im Kennel musste sie sich schließlich gegen viele Mitbewerber durchsetzen. Das legt man nicht so schnell ab.