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Rheinisches Triple

Das war der Tag der Rheinland-Meute: Champion und Championesse der diesjährigen Junghundeschau der deutschen Meutehalter kommen aus ihrem Kennel in Kleinmaischeid im Landkreis Neuwied. Die englischen Richter kürten Elvis zum besten Foxhound-Rüden des Jahrgangs, seine Schwester Emelie zur besten Hündin. Und für alle neun Welpen des E-Wurfs erhielt die jüngste deutsche Meute am Haus Schwarzenstein  auch noch den Pokal für die beste Foxhound-Aufzucht. Ein seltenes Triple in der deutschen Meutelandschaft und noch dazu für einen heftig gebeutelten jungen Verein, dessen Master-Amt vakant ist seit der Meutegründer und DSJV-Zuchtbeauftragte Arndt Wester im Januar verstorben ist.

„Arndt wäre überglücklich gewesen“, betonte die Witwe Michaela Wester, die am Ring stand als Huntslady Barbara Siegel sechs der 15 Monate alten Sprößlinge aus dem Super-Wurf vorstellte. Die restlichen drei liefen auf für den Rheinisch-Westfälischen Schleppjagdverein. Wester hatte sie im Alter von 14 Wochen abgegeben nachdem die Hundemutter Dahlia tragend aus England zu ihm gekommen war. Acht der neun E-Welpen gingen in den Championatsringen. „Das hätten wir niemals erwartet“, strahlte Barbara Siegel, die vor knapp einem Jahr die Hundeführung übernommen hat als Arndt Wester erkrankt war. Kaum ein Zuschauer, der sich nicht mitgefreut hätte, und die Freude sprang sogar noch in den Ring über, denn Super Mom Dahlia stammt aus der Meute des englischen Richters Frank Houghton-Brown, der sich denn auch wegen Befangenheit vornehm zurückhielt und die Besten-Auswahl ganz allein seinem britischen Kollegen Rory Knight Bruce überließ. Gemeinsam kürten sie dann erst wieder die die Reservesieger: den Rüden Xmas für den RWS und die Hündin Dora für die Nienhagen-Foxhound-Meute.

Insgesamt waren die Hündinnen in diesem Jahr das „starke Geschlecht“. Dreizehn von 27, die vorgestellt wurden, erhielten eine gute Grundnote und elf waren schließlich als sehr gut eingestuft. Von den 38 Rüden kamen nur neun mit einem „gut“ in die Championatswertung. Sieben erhielten dort das „sehr gut“. Und auch der Ehrenpreis für die Schwarzensteiner Siegerkoppel als „Best of All“ wurde den Hündinnen zuerkannt: Whisper und Wendy vom RWS waren konkurrenzlos in den Endring gekommen. Bei den Rüden hatte der RWS das Duell für sich entschieden mit dem dreifarbigen Paar Walter und Varus gegen das braun-weiße Duo Cobold und Caesar aus der Sauerland-Meute. Aber gegen seine Schwestern kam auch der zuvor noch mit einem „Exzellent“ dekorierte Walter nicht an. Die Höchstnoten erhielten auch der Sauerländer Vorjahreschampion Cognac und die Rheinländerin Dahlia.

Ladies first hieß es genauso bei den Beagles:  Coco und Caro aus der Vogelsberg-Meute holten die Championatstitel gegen Konkurrenz aus der Frankenmeute. Insgesamt bekamen sieben Hündinnen ein „gut“. Bei den Rüden gab es wieder keinen Titel, denn die sieben Rüden kamen wegen zu langem Rücken über genügend nicht hinaus und wurden demnach gar nicht in den Championatsring vorgelassen. Der Vogelsberger C-Wurf verdiente angesichts seines Doppelerfolges den Preis für die beste Aufzucht und Master Hans Nimrichter konnte  den von ihm gestifteten Pokal gleich wieder mitnehmen. Die Koppelklassen fielen aus, weil nur die Vogelsberger Rüden vorstellten und nur die Lübecker Geschwister Martens Hündinnen zeigten. Die Lübeckerin Tasty besserte ihr „gut“ aus dem Vorjahr in ein „sehr gut“ auf. „Im Vorjahr hatten wir 15 Junghunde hier im Ring und jetzt ist mal Ruhe“, blickte  Magdalena Martens zurück auf den Kraftakt in 2010.

Dafür gehörte den Beagles aber das Tableau für die Schauschleppe, zügig gelegt von Maria Gillissen. Die Münsterland Meute zeigte feine Nasenarbeit und präsentierte sich mit den Mastern Jupp Voss und Thorsten Witte im 35. Jahr ihres Bestehens ganz im typischen „beagle spirit“: Laut und frech-forsch voran.

 

 

Der Badische Schleppjagd-Verein, der seine Hardt-Meute aus großen Anglo-Francais jetzt zum neuen Standort bei Kaiserslautern umzieht, erhielt ein „gut“ für Ankauf Danilo.

Die Böhmer Harrier kassierten sechs mal „gut“ und dazu ein „sehr gut“ für den Rüden  Quaver. Der anspruchsvolle belgische Richter Jacques van Unen mochte sich auch von dem in Frankreich zuerkannten excellent nicht beeinflussen lassen.

 

Supermutter Dahlia beherrschte die Schau der Deutschen Schleppjagdvereinigung mit ihren Sprösslingen und der Geschichte, die hinter ihr steht. Die Hündin stammt von Dalesman, einem West Percy. Dieser athletische Foxhound Schlag wird besonders im Hügelland der Insel geschätzt. Zwei von Dahlias Brüdern sind in ganz England als Deckrüden begehrt. Rockwood, der Vater des diesjährigen Schwarzensteiner Foxhound-Champions und der Championesse, stammt aus der Tyndedale Hunt, die Frank Houghton Brown führt. Auch der im Vorjahr als Ankauf des RWS aus der renommierten Beaufort-Meute hochgelobte Ducket hat sich im Reservechampion Xmas und dem ganzen X-Wurf gut niedergeschlagen. Die Meutehunde-Basis in Deutschland ist so klein, dass sie ohne Importe aus dem Ausland nicht auskommt. Umso stolzer war RWS Master Christian Coenen über das Excellent und den Koppel-Titel für den Rüden Walter. „Der kommt aus einer rein deutschen Linie.“ 


Text und Fotos: Petra Schlemm

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Außer Konkurrenz in der Koppelklasse