Happy end für Arsenal und Gustav
Wir erinnern uns noch gut an den Tag, als fünf wunderschöne Irish Foxhounds bei uns abgegeben wurden. Und keiner von uns rechnete damit, das zwei von diesen lieben, sanftmütigen Riesen so lange bei uns leben sollten. . . .
Drei hatten das Glück, dass sie schnell ein neues Zuhause fanden bei Menschen, die das liebe Wesen der Rasse zu schätzen wussten und ihnen die benötigte Beschäftigung bieten konnten. Unsere beiden Rüden Arsenal und Gustav jedoch verbrachten mehr als zwei Jahre bei uns im Tierheim.
Trotz großem Auslauf und langen Spaziergängen wurden sie leider immer dicker. In den langen Ruhephasen zeigten sich an den beiden der Fehler unseres Systems, nämlich dass immer genügend Futter für alle Hunde erreichbar ist. Ihr größtes Vergnügen wurde das Fressen – das haben sie schließlich in ihrer Meute damals gelernt: Wer sich nicht ranhält, der kriegt nichts mehr. So wurden die Beiden zu richtigen Wuchtbrummen, die kaum mehr jemand halten konnte. Dies wiederum war der Hauptgrund, warum sich keiner zutraute, einen der Beiden aufzunehmen. Mittlerweise waren sie beide auch etwa sieben Jahre alt und wurden zu Notfällen. In Jörg hatten sie ihren „festen Gassigänger“, der sich toll um die Beiden kümmerte, mit ihnen weite Ausflüge machte und sogar dafür sein Auto umbaute. So versuchte er, ihnen wenigstens ein wenig gerecht zu werden.
Die größten Schmusebären, die wir je im Tierheim hatten, das waren wohl diese Beiden, ein bisschen stur, aber ehrlich. Sie waren die Lieblinge der Pfleger und Ehrenamtler.
Endlich eines schönen Tages (nach dem Bericht auf S24 und vielen Anzeigen auf anderen Webseiten) kam ein großer Jeep aus Kassel, der Fahrer mit noch zwei weiteren großen Hunden im Auto und dem Wunsch, Arsenal mitzunehmen. Wir waren total gerührt und überglücklich, dass unser Arsenal endlich die Chance auf sein eigenes Zuhause bekam. Unser dicker Bär lebte sich sehr schnell und gut ein, sein Gewicht nahm nun mit kontrollierter Futteraufnahme kontinuierlich ab. Es war für uns alle ein endlich in Erfüllung gegangener Traum. Leider konnte Arsenal - sein neuer Name war Lennox - sein Leben nicht lange in seiner Familie genießen. Er hat Krebs gehabt, was sich bis dato nicht bemerkbar gemacht hatte. Eine Not-OP und selbst Bluttransfusionen halfen nicht mehr. Arsenal/Lennox ging im Juli 2012 über die Regenbogenbrücke. Wir waren alle sehr traurig.
Aber da war ja auch noch unser Gustel / Gustav. Auch er hatte endlich das große Los gezogen und durfte zu seinem treuen Gassigänger Jörg umziehen. Jörg berichtet nur Gutes über unseren ehemaligen Dicken – Gustav hat mittlerweile wieder eine Traumfigur. Er hat sich prima an das Leben im Haus gewöhnt und läuft mittlerweile super an der Leine. Gustav wohnt nicht weit weg von der Spreng und besucht uns öfters. Er ist immer noch der große liebe Schmusebär.
Fazit: Auch ehemalige Meute-Hunde können sich selbst nach langen Jahren Meute- bzw. Gruppenhaltung fast jeder Wohnsituation anpassen und fühlen sich in ihrer Familie wohl!
Text: Sonja Elzer ("Tiere in Not Odenwald e.V.")