Eine Hundemeute – das ist kein wilder Haufen von Kläffern sondern ein Sozialverband aus Vierbeinern mit eigenständigen Persönlichkeiten, manche mehr, andere weniger ausgeprägt. Und die, die mit ihnen täglich umgehen, kennen ihre “Pappenheimer“, pardon Foxhounds, ganz genau. Vino und sein Master erlauben einen „Blick durchs Schlüsselloch“, in den Kennel der Niedersachsen-Meute.

„Mein Name ist Vino. Jeder wird mich kennen, - sonst hätte ich etwas falsch gemacht. Ich gehöre zu den Ersten, also der 1. Generation Hunde, die im neuen Hundehaus geboren ist. Verwöhnt von Carina Ebert verlebten wir eine unbeschwerte Welpenzeit. Das ist jetzt mehr oder weniger vorbei. Wir sind im Jagdgeschäft, soweit man das von einem Hund mit knapp zwei Jahren erwarten kann. Wir, das sind Vigo, der weiße mit dem großen schwarzen Fleck, Vroni, Vita und ich. Wir, so kann man sagen, haben es begriffen. Wir jagen schnell, auch manchmal schön, gerne schneller und noch schneller. Und wenn es auf Geradeaus-Schleppen langweilig wird, dann kann man ja so gegen einen anderen Hund laufen, dass sich beide überschlagen. Dafür braucht man Tempo, und das haben unsere Geschwister noch nicht so drauf. Vasco daddelt vor sich hin, er ist ein groß gewordener Welpe. Viktor und Vera haben den Schuss noch nicht gehört, sie sind völlig ahnungslos und noch Leinen-Hunde. Also: Wenn wir Kennel und Hof verlassen, dann haben Viktor und Vera einen Betreuer, der sie an der Leine mit uns führt. Die psychische Stimmungslage des Hundes entscheidet dann, wann die Betreuer die Leinen abmachen und auf ihre Pferde, die sie auch noch führen müssen, aufsitzen.
Dann haben wir noch den U-Wurf, der im September 2012 geboren wurde. Das war in der Reithalle und blieb offensichtlich nicht folgenlos. Die Eltern Jule und Ureo sind ganz o.k., obwohl Ureo in letzter Zeit psychische Probleme hat, die zuletzt mit Hormonspritzen behandelt wurden. Das half. Ufo und Ullo sind die mit dem Knick in der Rute. Ufo irrlichtert noch sehr, - nicht seinem Alter gemäß. Wenn ich einen eleganten Bogen um die Meute ziehe, dann fährt er mir häufig durch eine unnötige Eskapade in die Lauflinie und das stört meine Wirkung auf Reiter und Zuschauer. Ullo ist ein Arbeitstier. Er wird mit Träumern und Ängstlichen gekoppelt und zieht sie mit aller Kraft in die rechte Spur. Ugli hat sich von seinem dicken Kopf erholt. Urok ist ein unauffälliger Mittelfeldspieler. Uso ist immer noch sehr ängstlich. Utopia ist überlebendig und ausschweifend, oft zusammen mit der alten Dorle, die sie dazu verführt. Ute ist eine Terroristin.
Kiki, geboren im März 2012 versucht, es mir gleich zu tun. Sie ist als Einzelkind sehr menschennah und in enger Anlehnung an Carina Ebert groß geworden.
Von Jasper und Dante stammt der J-Wurf von Februar 2010. Jasper ist schon in den ewigen Jagdgründen, Dante hat einen Sofaplatz in Schleswig-Holstein. Juri und Josi sind gute Jagdhunde. Jakob ist ein Stimmungsmacher. Jack träumt von seinem Paten Joris Janssen. Jäger, der früher seinem Namen alle Ehre machte, vergreift sich zu oft an Katzenfutter und macht gegenwärtig einen etwas verplanten Eindruck. Jule und Jette sind normale, unauffällige Hunde; Jette ist manchmal ängstlich. Jutta ist die berühmte Springerin, die selbst entscheidet, ob sie den Außenzwinger verlässt oder nicht. Dann gibt es noch Jelli, - manchmal ein Irrlicht, sie kann aber, wenn sie will.
Von Unsel und Janka stammt der jetzt siebenjährige U-Wurf. Da gibt es Urmel, der seinem Vater sehr ähnelt. Ulano ist verliebt in den Master-Schimmel. Bei Ureo, ein in jungen Jahren bedeutender Kollege, sollen es gegenwärtig auch Hormonspritzen richten. Ulli und Udo sind brave, gute Hunde im vorderen Drittel. Die gute Uschi wird immer dicker, und lustloser; Ulla, auch häufig nicht besonders interessiert, jagt, wenn sie will; aber das lässt sich nicht vorhersagen.
Dann haben wir noch Anton, den letzten Vertreter von Hunden, die aus der Asbach-Meute stammen. Er ist jetzt neun Jahre alt.
Neun Jahre sind auch Dorle und Daniel. Dorle jagt gut, ist im Training aber schwer zu führen. Daniel ist ein unauffälliger Leistungsträger.
Schließlich gibt es noch Tacker, der auf einer Jagd entstand; seine Mutter ist Quitte aus der Cappenberger Meute. Ein guter alter, seriöser Jagdhund.
Das ist mein Bericht über das Jahr 2014 aus dem neuen Hundehaus, in dem wir sorgsam behütet von Carina Ebert leben."
Text: Vino von Varus (RWS) a/d Ulla, geboren am 13.07.2013 und
Egbert v. Schultzendorff
Foto: Archiv