It’s that easy.... So einfach ist das, erklärte Tony Holdsworth den Teilnehmern und Besuchern der Junghundeschau nachdem er zum ersten Mal in Schwarzenstein als Richter eingeladen war.
Die Würde des Bowlers hinderte ihn nicht spontan in die Rolle des „Vorturners“ zu schlüpfen, nachdem er auf Einladung der Deutschen Schleppjagdvereinigung die Foxhound-Rüden bewertet hatte. Es war die Oberlinie, die Charly von der Rheinland-Meute auf Rang 1 gebracht habe und seine Pfoten. Beides könne eine geschickte Präsentation im Ring entweder hervorheben oder kaschieren, empfahl er den Zuhörern am Ring.
Der Huntsman der Beaufort Meute muss es wissen. Er präsentiert in diesem Jahr acht Rüden und acht Hündinnen auf der wichtigsten britischen Meuteschau in Peterborough und ist außerdem noch bei einigen Schauen als Richter engagiert. Zehn Würfe und mithin etwa fünfzig Welpen zieht er jedes Jahr groß. Umso beeindruckter gab er sich von der Qualität der deutschen Hunde. „Wenn man bedenkt, dass die Meuten in Deutschland meistens nur jeweils einen Wurf haben....“
Die Beaufort Meute hat durchschnittlich 51 jagende Koppeln in ihren Kennels. Sie werden betreut von Holdsworth und fünf Mitarbeitern. Die Welpen, die den Ansprüchen des Duke of Baufort nicht genügen, werden abgegeben an andere Meuten. Pfoten und Schultern sind ein Qualitätsmerkmal das auch in Deutschland noch mehr beachtet werden sollte, empfiehlt Holdsworth. „Ein Hund, der lange halten soll, braucht gute Pfoten – nicht zu flach – und darf in der Schulter nicht zu schwer sein.“, sagt er.
Die Ansprüche der Beaufort-Meute sind hoch. „Vor uns liegen 130 Jagdtage“, zählte Holdsworth in Schwarzenstein auf. Zur Zeit werden Pferde und Hunde schon konditioniert für den Beginn der Saison im August. Bis Oktober zieht die Meute an fünf (!) Tagen pro Woche aus. Danach sind die Hunde noch vier Mal pro Woche unterwegs. Holdsworth nimmt für die Saison sechs Hunter ins Training und reitet an einem Jagdtag jeweils zwei Pferde. Er sitzt dabei jeweils fünf bis sechs Stunden im Sattel und wechselt „auf der Hälfte“ das Pferd.
Die Meutehalter und Piköre bei der Schau in Schwarzenstein waren aufmerksame Zuhörer und setzten die Ratschläge in der Entscheidung bei den Hündinnen soweit wie möglich sofort um: Mit Schwung den Ring betreten und dabei gleich ein paar „biscuits“ weit voraus werfen, damit die Hunde sich flüssig in der Bewegung präsentieren. Auf der Bodenplatte oder den „flagstones“ den Hund aufmerksam halten und gut hinstellen. Der Halter an der Leine ist dabei nur Handlanger. Der Hund darf ihn nicht beachten und schon gar nicht sich zu ihm umdrehen. Er soll stattdessen den vor ihm positionierten Aussteller beachten. Der muss darauf achten, dass der Hund genau in der richtigen Entfernung zu ihm bleibt. Steht der Hund zu dicht vor ihm, wirft er den Kopf zu hoch in den Nacken zurück, und die Oberlinie erscheint nicht gerade sondern nach hinten abfallend. Steht er zu weit weg, erlahmt die Aufmerksamkeit und der Hund lässt sich ablenken. Das ist das ganze Geheimnis.... „It’s that easy.“ Alles klar? Petra Schlemm