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Take me home for Wense....

Juni hat in der Niedersachsenmeute den Dezemberanfang geprägt. Die Hündin ist entlaufen bei der Jugendjagd in Schmölau in der Altmark am ersten Adventswochenende und hat eine beispiellose Suchaktion entfacht. Fünf Tage lang waren etliche Schleppjäger vor Ort und haben sie gesucht. „Das hat uns alle sehr viel näher zusammengebracht“, zeigte sich die „Kennelmutter“ Cosima von Schultzendorff erleichtert nachdem Juni von allein wieder aufgetaucht war, brav abwartend vor der Blockhütte auf dem Hof der Familie Alt in Schmölau, die eine Woche lang zum Hauptquartier der Meute geworden war.

Juni gehört zum legendären J-Wurf der Niedersachsenmeute, der im vorigen Jahr für alle fünf Hündinnen „sehr gut“ und einen Championstitel bei der Junghundeschau einheimste. Die jetzt drei Jahre alte Hündin ist sehr brav, aber scheu. Bei der Jugendjagd in der Altmark – 100 Kilometer vom Kennel in Dorfmark entfernt – lösten sich vier Hunde kurz vom Pack. Drei kehrten sofort wieder zurück, Juni blieb verschwunden. Was tun? Große Sorge, die sozialen Netzwerke glühten.
Kennelhuntsman Johan Ellenrieder blieb gleich vor Ort und nahm Quartier in der rustikalen Jagdhütte – Kanonenofen, kein fließend Wasser, romantisch, aber nicht sehr spätherbst-tauglich. Von dort ging er auf die Suche – und nahm etliche Sichtungsmeldungen entgegen. Aber immer, wenn er dort eintraf, war der Hund wieder weg. Carina Ebert, die zweite Kennelbetreuerin, hängte in der  ganzen Umgebung Plakate auf. Personelle Unterstützung kam von der Meutefamilie zu Hause. Leonhard „Löwe“ war vor Ort, Senior-Master Egbert brachte fünf Hunde und zwei Pferde. Celestina Löbbecke ritt mit dieser Kleinmeute kreuz und quer durch das Jagdgelände, um die Versprengte zu suchen – alles ohne Erfolg. Andere kamen als „Fußvolk“ hinzu, selbst der Vorsitzende Jobst von Rheden verbrachte einen Tag dort. Bis zu fünf Leute waren an jedem Tag vertreten und eingeschaltet  in die Fahndung. Klaus Stutzbach nahm Urlaub um den Meute-Lkw wieder nach Schmölau zu fahren - in der Hoffnung, dass Juni darin vielleicht einen Magneten sehen würde. Nichts…. Außer, dass die „grünen“ Jäger im Kreis Salzwedel immer aufgebrachter wurden und ihre für Samstag geplante Drückjagd in Gefahr sahen. Als ob die Niedersachsen ihren Hund mit Absicht in ihrem Revier platziert hätten.


Aber dann gab es doch noch ein Happy End. Nach einer Woche, am Freitag, sieht Johan am Morgen aus dem Fenster der Hütte – und da steht Juni, legt sich hin als ihr Huntsman näher kommt, wartet auf das Taxi nach Hause, sichtlich froh nicht mehr allein sein zu müssen.
Take me home for Wense… gerade noch rechtzeitig zur Abschlußjagd der Saison.  
Text und Bild: PS und Niedersachsenmeute