„So viel Zeit und Mühe in der Vorbereitung und so viel Aufwand – das soll sich doch auch lohnen“, fand Andrew Sallis, der mit William Cursham als Richter im Ring stand bei der Junghundeschau der Deutschen Schleppjagdvereinigung. Der Experte zeigte, wie in England Hunde bei einer Schau präsentiert werden. Als Demo-Objekte dienten ihm drei Könner: Heiko Burchard mit dem RWS-Master Christian Coenen und der Foxhound Nimbus.

Wer schon mal eine Stute mit Fohlen für die Fohlenschau vorbereitet hat oder einen Dreijährigen für die Materialprüfung, der weiß, dass das nicht so einfach ist wie es hinterher (hoffentlich!) aussieht. Bei Hunden ist es eher noch schwerer als bei Pferden. Andrew Sallis kennt sich aus. Er war bis Mai 2022 Huntsman und Joint Master der Kimblewick Hunt und hat von Jugend auf mit Meutehunden zu tun. Heiko Burchard ist seit zwei Jahrzehnten der Huntsman beim Rheinisch Westfälischen Schleppjagdverein. Der Rüde Nimbus ist jetzt sieben Jahre alt und wurde 2019 als Ankauf aus England vorgestellt, ist also dort bereits in die Grundschule gegangen und seither ein eingespieltes Team mit Burchard.

Wie wollen die Richter den Hund sehen?
Auf jeden Fall in Bewegung und zwar in mehr Bewegung als sein Vorführer. „Bei der Hound Show werden die Hounds bewertet, ihr Gebäude und die Bewegung, nicht die vom Präsentierer“, so Sallis.
• Wie erreicht man das?
Vom Einlaß aus das erste Lekkerli werfen, nicht zu flach und so, dass der Hund es auch im Blick hat. Während der Hund vorspringt, geht der Vorführer schnell in die Mitte des Rings und bleibt dort stehen, wirft weiter von dort.
• Nur einer der beiden Vorführer hat die Lekkerlis und wirft sie, der andere ist lediglich ein Assistent. „Zwei Personen, die werfen – das verwirrt den Hund“, so Sallis.
• Bei der Präsentation im Stand darauf achten, dass alle vier Pfoten auf der Platte stehen. Falls die Sonne die Vorführ-Plattform zu stark erhitzt hat, den Hund auf dem Rasen hinstellen. Auf jeden Fall darauf achten, dass kein Eindruck von Schiefe entsteht.
• Bei Handzeichen für Aufmerksamkeit des Hundes darauf achten, dass die Hände nicht zu hoch getragen werden, damit sein Hals nicht überstreckt wird und damit die Oberlinie des Hundes nicht gut zur Geltung kommt.
• Falls an der Leine vorgeführt wird, dann muss diese durchhängen, darf nicht nach hinten ziehen.

„Üben, Üben, Üben“ – empfahl der Fachmann von der Insel, am besten täglich oder mindestens mehrmals pro Woche, jeweils nur fünf bis höchstens zehn Minuten. Und eine Wochen vor der Schau mit Publikum, Geräuschen, Radiomusik, vielleicht sogar verladen und in einer unbekannten Umgebung trainieren. „Hunde gut vorzustellen ist eine Kunst, und es gibt Leute, die beherrschen das so gut, dass sie einen mittelmäßigen Hund als Champion erscheinen lassen können“, so Sallis - um allzu große Erwartungen gleich wieder zu köpfen. „Aber es gibt auch gute Richter, die das erkennen“.
Text und Fotos: Petra Schlemm