Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Inhalte und dabei das Nutzererlebnis zu verbessern. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Mehr Informationen

Meutehunde als Thema in DSJV-Workshop

Viele Leute haben ja schon mit einem Hund Probleme. Um wie vieles komplizierter ist dann wohl die Haltung von ganz vielen Hunden? Und das auch noch ohne Leine? Bei der Schleppjagd sind nicht nur Pferde sondern auch die Hunde unverzichtbare Partner der Reiter. Da gilt es, besonderes Verständnis zu wecken für Tierschutz und Tierwohl. Die Deutsche Schleppjagdvereinigung (DSJV) suchte die Antwort in einem Workshop.

Während Information über Pferde überall in reichem Maße zugänglich ist, sind die Meutehalter und ihre ehrenamtlichen Helfer in der Equipage und am Kennel weitgehend auf eigene Erfahrungen angewiesen. „Wir müssen das Wissen über die Bedürfnisse unserer Meutehunde, über den Umgang mit ihnen und die artgerechte Haltung noch mehr verbreiten“, betonte Egbert von Schultzendorff als Vorsitzender der Deutschen Schleppjagdvereinigung. Aus dieser Erkenntnis heraus bot die DSJV jetzt zum ersten Mal einen Praxis-Workshop zum Thema an – und traf damit ins Schwarze. 40 Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen zusammen in Spielberg bei der Vogelsberg-Meute. Der Standort nahe Frankfurt war gewählt wegen der „geografischen Mitte“ auf der Karte der Meutelandschaft in Deutschland und auch wegen der bekannten Gastfreiheit der dortigen Beaglefreunde. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Herzlich und unprätentiös lief der Seminartag ab, dem schon ein rustikaler Grillabend zum Kennenlernen und Austauschen vorangegangen war.


 Mehrere Master und Joint Master folgten der Einladung ebenso wie Piköre und Kennel-Helfer von denen sich einer mit ebenso viel Humor wie Selbstironie launig als „Master of Schubkarre“ vorstellte. Die beiden Seminarleiter, Master Thorsten Mönchmeyer, (Böhmer Harriermeute) und DSJV-Zuchtreferent Chris Gabrielse begegneten also einem sehr breitem, aber auch unterschiedlichem Wissenstand. Den Hund „lesen“ und die Zeichen erkennen, die er mit den Ohren, der Rute, seinem ganzen Verhalten zu verstehen gibt – das war das Anliegen von Mönchmeyer, der schon seit Kindertagen mit Hunden zu tun und bei mehr als 1000 Jagden die unterschiedlichsten Erfahrungen gesammelt hat. Er zeigte an einem Pferd mit seiner Körpersprache, wie man am besten auch mit den Hunden umgeht: in Ruhe, fair und bestimmt. „Es gibt nur ja oder nein – niemals vielleicht.“


Chris Gabrielse nahm als Veterinär unter anderem Stellung zu Fragen der Zucht. Aus der Praxis und für die Praxis forderte er unter anderem auf, einfach mal genau hinzusehen. So erübrige sich oft eine teure klinische Trächtigkeitsuntersuchung. „Wer genau hinschaut, kann das nach kurzer Zeit schon erkennen, ob die Hündin aufgenommen hat.“  Daneben gab er auch Hinweise zu Ersthilfe im Kennel bei Notfällen und Fragen von Hygiene und Impfpraxis. „Es hat viel Spaß gemacht, zu sehen, wie viele und vor allem wie engagiert die Teilnehmer waren“, war sein Fazit nach dem Workshop, der im kommenden Jahr erneut angeboten werden soll.


Text und Bilder: Petra Schlemm