70 Jahre: Dr. Dieter Förschler
Über 150 Jagden als Pikör, 25 Jahre Mitglied im Badischen Schleppjagdverein Hardt-Meute. Geboren 1939. Heute, am 3.Dezember, wird Dr. Dieter Förschler 70 Jahre alt - und er reitet deshalb nicht langsamer.
Meines Vaters Pferd: Mit ihm hat Förschler als 14jähriger mit dem Reiten begonnen. Schon damals zog er das Gelände dem Viereck vor und ritt einige Geländeprüfungen. Mit 15 die ersten Fuchsjagden in Schwenningen, Rottweil, Trossingen, mit 27 die erste Schleppjagd mit dem ersten eigenen Pferd „Kathalin“ hinter der Taunusmeute, die damals noch Beagles führte, in Schwenningen.
Später wurde Förschler Mitglied der Cappenberger Meute. Die jagte zu der Zeit noch mit fünf Packs, eins davon in Süddeutschland. Aber geritten ist Förschler auch hinter dem Süddeutschen Hunting Club, der Bayern Meute, dem Badischen Schleppjagdverein („Schon zu Kofflers Zeiten. Hier brauchte man mehr Piköre als Hunde“) und hinter der Saar-Pfalz-Meute mit Gerd Klapschus und seinen Beagles, an die er gute Erinnerungen hat.
Seit 1971 ist Förschler oft in Irland auf den Fuchs geritten, insgesamt 30 mal in Irland, dort oft drei bis fünf Jagden pro Reise, fast jedes Jahr einmal im Frühjahr mit verschiedenen anderen Reitern aus Deutschland. Hauptsächlich waren sie in Mitte und Westen Irlands hinter unterschiedlichen Meuten unterwegs. Das beste Erlebnis auf der Insel verdankt er Danny Boy. Mit dem Pferd überspringt er ein Autowrack, das hinter einer Mauer stand. Das Pferd streckte sich noch einmal und kam so sicher zur Landung hinter dem Auto. Förschler wurde daraufhin von den Iren „The man, who jumped the car“ genannt.
1984 wurde Förschler Mitglied des Badischen Schleppjagdverein Hardt-Meute. Dort ist er jetzt zweiter Vorsitzender, der Grandseigneur des Vereins und seit vielen Jahren als Jagdherr in Marbach engagiert. Hier organisiert er auch die Frühjahrslehrgänge mit der Meute.
Kein Jagdreiter ohne sein Pferd. Neun Pferde stehen in seinem Lebensbuch: Nach Kathalin, dem tschechischen Halbblut aus der Slowakei, drei Iren und drei deutsche Pferde, gebrannt in Württemberg, Westfalen und Oldenburg. Sein derzeitiges Jagdpferd Waldo ist 24 und hat schon vier seiner vorgesehenen Nachfolger überlebt. Sein Neuzugang, ein 4jähriger Schimmelwallach, muss sich erst noch als Jagdpferd beweisen.
Dieter Förschler hat Medizin studiert und wurde Gynäkologe. Seit 1980 war er Chefarzt der Gynäkologischen Klinik des Krankenhauses in Herrenberg und blieb dort bis zu seinem Ruhestand. Auf einer Jagd wurde er als Arzt zu einem gestürzten Reiter gerufen und die Diagnose ist überliefert. „Der Patient ist nicht schwanger“. Und überlebt hat der diese chefärztliche Erst-Hilfe auch.
Die jagdlose Zeit verkürzt sich Förschler mit Reiturlauben und Wanderritten auf der halben Welt.
Seine Tochter Thea (20) ist mit dem Virus der Jagdreiterei schon seit frühester Jugend infiziert. Sie teilt mit dem Vater Jagdpassion und -pferde und unterstützt ihn beim Verein und der Jagdorganisation.