Er war ein Funktionär im positiven Sinn, uneitel für sich selbst, aber engagiert für die Sache. Bei Klaus Krüger kamen viele Dinge zusammen und waren stets in guten Händen: Schleppjagd, Parforcehorn-Musik, das Reiten als Freizeitbetätigung. Und obwohl er mit „Verein“ nie viel im Sinn hatte, dauerte es nie lange bis er auf der Funktionsleiter nach oben kletterte, unter anderem bis zum Ersten Gildemeister der Parforcehornbläser Deutschlands.
„Er war ein Feuerwehrmann“, hat Erika Putensen, Geschäftsführerin des Pferdesportverbandes Hannover, zusammengefasst. Einer, der immer dann gerufen wurde, wenn sich Grundeigentümer, Jäger und Reiter als Gegner gesehen haben. Das Betretensrecht der Natur auch für Reiter – das war seine Klaviatur als Beauftragter für Freizeit- und Breitensport, in seinem Reiterverein Ebstorf und Umgebung genauso wie im Bezirksreiterverband Lüneburg oder als stellvertretender Ausschussvorsitzender im Pferdesportverband Hannover. Auch im Beirat des Biosphären-Reservat der Niedersächsischen Elbauen hat er für den Landessportbund unter anderem für die Belange der Reiter als Naturnutzer gesprochen.
Er war ein Macher - als Jagdveranstalter mit seinem Verein in Dreilingen und schon 1981 als Gründer der Parforcehorn-Bläsergruppe Ebstorf. Die ideale Symbiose seiner persönlichen Leidenschaften gipfelte in der Schleppjagd in der Göhrde, die er hinter „seiner“ Niedersachsen-Meute – 25 Jahre aktives Mitglied - von 2002 bis 2007 veranstaltet hat als ganz besonderes Ereignis für Schleppjagdreiter und Parforcehorn-Bläser. Der Verkauf der Heimvolkshochschule in private Hände hat diesen Treffen ein Ende bereitet, genauso wie den Bläsertagen, die Krüger insgesamt zwölf Mal dort ausrichtete als Obmann der Landesgruppe Nord der Parforcehornbläsergilde. Diese Bläsertage mit internationaler Beteiligung schlossen vor dem ehemaligen kaiserlichen Jagdschloss jeweils mit einem Konzert, das ein Fest für Augen und Ohren gewesen ist. Auch hier zeigte sich Krügers harmonisierende Fähigkeit, denn er hat es geschafft dort Bläser der unterschiedlichsten Hörner zusammenzubringen.
Am 11.Juli 1937 ist er in Schneidemühl in Hinterpommern geboren und dann im Bergischen Land groß geworden. Ab 1952 lebte er in Düsseldorf und begegnete dort den Pferden. Ein Reiterurlaub bei einer Tante in Uelzen lockte ihn schließlich ganz nach Norddeutschland, wo er 1973 mit seiner Frau sesshaft wurde. Sein Beruf als Elektro-Ingenieur passte gut in die ländliche Gegend, wo Maschinen immer anspruchsvoller wurden. Draußen reiten in der niedersächsischen Landschaft, Fuchsjagden, schließlich Reiten zu den Hunden hinter der Meute – „Reiten im Viereck ist wie Spazierengehen in einem Hochhaus“, sagte er oft. Ein Hof in Allenbostel ist ihm dann neue Heimat gewesen mit seiner Familie und Pferden. 1993 lernte der Witwer mit Tochter Birgit seine zweite Frau Claudia kennen. Reiten und Parforcehorn blasen – beides haben sie geteilt, bis Klaus Krüger vor einem Jahr erkrankte. Die braune Stute Wigga, langjährige Begleiterin bei unzähligen Jagden und musikalischen Auftritten, hat ihren Reiter überlebt.
Am Himmelfahrtstag, 13.Mai 2010 ist er gestorben und Donnerstag, 20.Mai wird er auf dem Friedhof in Ebstorf bei Uelzen beigesetzt. Petra Schlemm