Großes Aufheben ist nicht „sein Ding“, aber ein Geheimnis soll es auch nicht bleiben. Am 14. August 2010 feierte Gerd M. Klapschus, Master und Houndsman der Hardtmeute des Badischen Schleppjagdvereins e.V seinen 60. Geburtstag. Erst gab es ein Sektfrühstück und dann wurde malocht: ein alter Stall für die Hunde entkernt, neu betoniert, gestrichen.
„Wir haben gearbeitet wie die Blöden“, verriet ein Festgast den Ablauf des Tages – der dann aber doch allen sehr viel Freude und Befriedigung über das Geleistete verschaffte. Seit einigen Wochen baut der Jubilar einen mit seiner Frau Andrea Wiehn erworbenen Resthof bei Waldmohr in der Nähe von Kaiserslautern zum neuen Standort für Meute und Pferde aus.
Seit 1981 - fast 30 Jahre und damit die Hälfte seines bisherigen Lebens – ist Klapschus der Meute mit großer Passion verbunden und hält die rund 35 Hunde in seinem Heimatort Neunkirchen im Saarland für den Badischen Schleppjagdverein. Weit über 500 Schleppjagden ist Klapschus mit den schnellen und spurtreuen Grand Anglo Francais der
Hardtmeute geritten, zum ersten Mal im Dezember 1981. Seit März 1982 ist er ihr Master. Legendär ist der Gehorsam seiner Hunde, mit denen er auf nahem Raum zusammenlebt und die ihm blind vertrauen. Bei seinen Pferden schwört der passionierte Besitzertrainer auf englische Vollblüter, die er über den Sommer auch auf kleinen Rennbahnen der Umgebung laufen lässt. Sein Paradepferd ist bislang ein dreizehnjähriger viermal weiß gestiefelter Fuchs, der einst als Jährling für 120.000 Mark in Baden-Baden versteigert wurde und nach einigem Unglück in den Startboxen bei Klapschus sein „zweites Leben“ genießt und während seiner aktiven Rennlaufbahn auch recht einträglich gedankt hat. Die Kombination aus Rennen und Jagen gelingt dem Saarländer bei fast allen Pferden gut. Eine passende Grundvoraussetzung, um den schnellen „Franzosen“ zu folgen. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.
Bei einem Gespräch zu seinem 25jährigen Masterjubiläum bezeichnete sich Klapschus selbst als „Autodidakt, befallen vom Pferde-Virus“. Bei seinen Eltern galt Reiten als „Sport für Verrückte und reiche Leute“ und ein Pferdeverleiher verhalf ihm zu seinem ersten Glück im Sattel. Seine erste Jagd ritt der Spezialist für den Bau von Großklimaanlagen in Süddeutschland hinter der Cappenberger Meute und seither ließ ihn auch der Hundevirus nicht mehr los. Seine Anfänge als Meuteführer erlebte er mit der Saar-Pfalz-Beagle-Meute, die er sich im Alter von 29 Jahren selbst zusammenstellte. Die Meute bestand aus Haushunden, die aus den unterschiedlichsten Milieus zu ihm fanden. „Von Champagner bis Frolic mit Hackfleisch-Füllung“ beschreibt er die Herkunft der Verwöhntesten unter seinen ersten Schleppjagd-Hunden, die sich alle durchweg willig in ihr neues Sportlerleben einfanden. Mit Übernahme der ursprünglich in Karlsruhe beheimateten Hardt-Meute fand der 1,90 Meter große Mann zu größeren Vierbeinern.
Die Hardtmeute – und viele Weggefährten – gratulieren dem Master und wünschen ihm vor allem Gesundheit und noch lange viel Freude mit Hunden, Pferden und insbesondere beim Jagdreiten. ps/cvw