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Nachruf auf Arndt Wester

"In eigener Sache", schreibt Stefan A. Entel (Goe/Belgien), Vorsitzender der Deutschen Schleppjagdvereinigung einen Nachruf auf seinen Freund im Jagdreiten und den Weggefährten im Vorstand der DSJV, dem Arndt Wester mehr als zehn Jahre lang angehörte - 1997 ist Wester der Fachgruppe Jagdreiten des Deutschen Reiter- und Fahrerverbands beigetreten:

Liebe Jagdreiterfreunde,

am Nachmittag des 9. Januar ist unser Freund und Reiterkamerad Arndt Wester nach schwerer Krankheit verstorben. In Arndt Wester verliert die Deutsche Schleppjagdvereinigung eines ihrer engagiertesten, passioniertesten, vor allem fachkundigsten Mitglieder. Arndt Wester war ein Jagdreiter par excellence!

Dies ist nicht nur der Augenblick, von einem Freund und Vorstandskollegen Abschied zu nehmen. Dies ist vor allem der Augenblick, sein unermüdliches Wirken für unseren Sport, der für ihn auch Lebensinhalt war, zu würdigen.
Als Zuchtwart der Deutschen Schleppjagdvereinigung hat er in seiner mehr als 10-jährigen Amtszeit die Entwicklung der deutschen Meuten und der Schleppjagd in unserem Land maßgeblich mitgeprägt. Vergleicht man die Situation zum Zeitpunkt seines Amtsantritts mit der heutigen, so hat Arndt Wester viel von seiner Vision eines modernen Meutebetriebes vermitteln und umsetzen können.
Von ihm stammt das Wort von der " Betriebssicherheit einer Meute ", ein Begriff, der sehr technisch anmutet, dessen Bedeutung aber jedermann verständlich ist und dessen Inhalt zum Leitbild der deutschen Meuten geworden ist.
Dieses Verständnis zu vermitteln, war nicht immer leicht, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Im Gegenteil, Arndt Wester stieß mit seinem Verständnis der " Betriebssicherheit " anfänglich teilweise auf erhebliches Unverständnis. Für ihn stand jedoch stets außer Frage, daß Aufzucht und Ausbildung von Meutehunden auch, oder vor allem,  ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit bedeuten.
Nur so - das war sein Credo - hat die Schleppjagd in Deutschland eine Existenzberechtigung und eine Zukunft.
Der ihm eigenen manchmal an Sturheit grenzenden Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass diese Prinzipien heute den common sense in unseren Reihen bilden.

Auch den Umstand, dass seit einigen Jahren vornehmlich Master und Experten aus dem Mutterland unseres Sports, aus England, die Jury bei der Junghundeschau bilden, verdanken wir nicht zuletzt seinem Engagement. Inzwischen zollen uns die Freunde von der Insel nicht selten Respekt und Anerkennung für unsere Zuchtergebnisse. Ohne die herausragenden züchterischen Leistungen der Meuten schmälern zu wollen, wird man sagen dürfen, dass hieran auch unser Zuchtwart einen nicht geringen Anteil hatte.

Mit Arndt Wester verliert die Rheinland-Meute ihren Initiator und Master. Seine persönlichen Vorstellungen von einer Schleppjagd-Meute hat er hier verwirklicht. Seinem unermüdlichen Einsatz , der in den letzten Monaten bis an die Grenzen seiner Belastbarkeit gingen, verdankt es die Rheinland- Meute , heute schon - wenige Jahre nach ihrer Gründung- zu den arrivierten in unserem Verband zu zählen. Auch hier hat Arndt Wester Maßstäbe gesetzt, die seinen Nachfolger ein schweres Erbe antreten lassen.

Mit Arndt Wester verliere ich einen persönlichen Freund und langjährigen Weggefährten, auf dessen Rat und Unterstützung ich als Vorsitzender der Schleppjagdvereinigung stets zählen und vertrauen konnte. Ihn nicht mehr in unseren Reihen zu wissen, erfüllt mich - sicherlich nicht nur mich - mit tiefer Trauer. Als wir beide im vorigen Jahr auf der Verdener Rennbahn die Schauschleppe der Böhmer Harrier beobachteten, war uns beiden bewusst, haben es zumindest geahnt, dass dies einer unserer letzten gemeinsamen Auftritte sein würde. Allein schon deshalb werden mir diese Bilder stets in Erinnerung bleiben.

Arndt Wester hat sich um die deutsche Schleppjagd verdient gemacht! Deshalb lassen Sie uns in seinem Sinne fortfahren in unserem Bemühen um den Erhalt und die Weiterentwicklung unseres traditionsreichen Sports in Rot.

Auch wenn es nicht seine Sache war. viel Aufheben um seine Person zu machen (bei ihm standen stets die Hunde im Mittelpunkt), so werde ich mir erlauben, den Mitgliedern der Deutschen Schleppjagdvereinigung auf der diesjährigen Jahresversammlung nahezulegen, ihm zu Ehren und zum Gedenken an seine großartigen Leistungen eine gemeinsame  

" Arndt-Wester-Gedächtnisjagd "ins Leben zu rufen.

Ihr
Stefan A. Entel
(Vorsitzender der Deutschen Schleppjagdvereinigung)

Arndt Wester im April 2010 auf der Rennbahn in Verden. Foto: Schlemm