Vor 22 Jahren hatte er seine Berufung gefunden: In Bonn-Vinxel hinter den Hunden der Sauerland-Meute. „Er hat die erste Jagd geritten und war infiziert,“ erinnern sich seine Frau Michaela und alte Weg-Gefährten an den Moment, der fortan das Leben des Rheinländers Arndt Wester bestimmt hat. Sofort danach, noch 1989, trat er der Sauerland-Meute bei, ritt in der Equipage, wurde bald Joint-Master neben Helmut Kleinschmidt. 2004 gründete Wester die Rheinland-Meute, die er bis zu seinem Lebensende am 9. Januar 2011 geführt hat.
Pferde gehörten schon lange in sein Leben als Geländereiter. Über sie hatte er 1984 auch seine Frau kennengelernt, die Dressur- und Vielseitigkeitssportlerin mit der er sich 1997 in St.Katharinen den Traum vom Rödderhof verwirklicht hat. Aber Hunde? Seit dem ersten Kontakt mit den Foxhounds wurde Wester zum „Hundemann“. Weniger als drei eigene Hunde liefen selten mit ihm. Manchmal waren es bis zu zehn, vom Jack Russell bis zum Foxhund, die die Westers am Roedderhof versorgten, großzogen, gesund pflegten. „Und das soll auch so bleiben“, versichert die Witwe.
Zuerst nutzte er seine privaten und geschäftlichen Kontakte nach England um Foxhounds für die Sauerland-Meute zu besorgen, zuletzt fundierte er die eigene Meute aus England. Seit zehn Jahren engagierte er sich als Zuchtwart der Deutschen Schleppjagdvereinigung, führte die Stammbücher für den Jagdgebrauchshundverband, organisierte die jährliche Junghundeschau am Haus Schwarzenstein.
Der Unternehmer, der mit seinem Bruder aus einer Tongrube ein mittelständisches Unternehmen in Alfter aufgebaut hat, hat sich die Zeit für die Jagdreiterei „gestohlen“, ritt intensiv meistens nur am Wochenende, und am liebsten, wenn auch die Hunde mit dabei waren. „Dann war alles möglich, aber schon zu einem normalen Ausritt musste man ihn überreden.“ Die Arbeit mit den Pferden überließ er seiner Frau. Drei stehen noch am Rödderhof, darunter Baldrian, jetzt 20. Der kleine Rappe kam dreijährig zu Westers und hat beide wohl auf 300 Jagden begleitet. Westers letztes Master-Pferd Teddy ist weiter aktiv in der Equipage der Rheinland-Meute. Ein Pikör übernahm den Braunen als abzusehen war, dass sein Reiter auf verlorenem Posten kämpfte.
Arndt Wester wurde nur eben 56 Jahre alt. Seine Krebs-Erkrankung hat ihn besiegt. Die Trauerfeier findet statt am Dienstag, 18. Januar um 11 Uhr in der St.Josef-Kirche in Bonn-Beuel, Hermannstraße. Die Urnen-Beisetzung im engsten Familienkreis findet am Freitag statt. ps
Fotos: Blümling und privat