Nach mehr als dreißig Jahren beruflicher Arbeit mit Foxhounds ist der damals einzige professionelle Huntsman Deutschlands 2003 in den Ruhestand getreten. Zur Abschiedsjagd für Wilfried Ebel am Haus Schwarzenstein hatten mehr als 150 Mitglieder ihre Pferde gesattelt. Sie erlebten anschließend wie Master Wolfgang Stock, inzwischen verstorben, ihn zum Ehrenhuntsman ernannte. Mit diesem Titel konnte Ebel jederzeit weiter beim RWS reiten und seinen bis dato mehr als 1200 Jagden noch weitere hinzufügen. Und das hat er seitdem auch fleißig getan, aber wie viele er inzwischen „auf dem Tacho“ hat, hat er in seiner bescheidenen Art nicht verraten. „So genau habe ich das nicht gezählt“.

Er reitet inzwischen ein jüngeres Pferd als den alten Fuchs, den er aus Schwarzenstein mitgenommen hat. Voriges Jahr hat der reichliche Auszeiten nehmen müssen - „Sehnenschaden, dann eine Blutvergiftung“ - aber jetzt ist „Ever“ mit der markanten blonden Mähne wieder fit und sein Reiter auch. Zwei Augenoperationen liegen hinter ihm, aber immer noch ist Ebel bei den Jagden am Haus Schwarzenstein dabei und engagiert sich regelmäßig bei der morgendlichen Hundearbeit. Heute wird er 75 und am Samstag wird gefeiert, natürlich im Rahmen einer Jagd.

Wilfried Ebel ist Niedersachse durch und durch. Er stammt aus dem Wendland, wo er auf dem elterlichen Hof aufgewachsen ist und mit den väterlichen Pferden erste Reit- und Fahrturniere besuchte. Seit 1960 verwaltete der Agrar-Ingeniuer verschiedene große Betriebe, bevor er 1971 als Huntsman beim Hamburger Schleppjagdverein antrat. Bereits ein Jahr später wechselte er nach Schwarzenstein, wo er gemeinsam mit Hubert Stegman die Kennelanlage umbaute, die noch heute beispielhaft ist für vorbildliche Hundehaltung.

Im Ruhestand hat Ebel den Beruf zu seinem Hobby gemacht und unterstützt als Berater der Deutschen Schleppjagdvereinigung andere Meuten bei Fragestellungen rund um den Hund. Artgerechte Haltung und die richtige Auswahl der Elterntiere hinsichtlich ihrer charakterlichen Ausprägung liegt ihm hier besonders am Herzen und er wird nie müde, auf die Bedürfnisse der Meutehunde nach genügend Auslauf und menschlicher Zuwendung hinzuweisen.
Text: Petra Schlemm, Fotos: Elke Stemann