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Busso Freise 70

„Glücklich sind die, die zum eigenen Vergnügen jagen und nicht um andere zu beeindrucken.“ Das ist sein oft zitierter Wahlspruch, und  Busso Freise geht mit Pferden und Bluthunden im Ostwestfälischen auf den Scent, um sich und seine Frau Angela zu erfreuen und noch eine Handvoll Freunde. Der Master der Weser Vale Hunt  führt seit 20 Jahren Deutschlands einzige Blood Hound-Meute und teilt sein Vergnügen an dem Privatpack gerne, aber auf gezielte Einladung.

 

„Unsere Geschichte ist die der Meute“, sagen die Freises, die als engagierte Vielseitigkeitsreiter (mit Siegen unter anderem in Luhmühlen) schon bald den Bluthunden gefolgt sind, die englische Offiziere der Household Cavallery 1969 nach Deutschland geholt haben, um ihrem Vergnügen nachzugehen. Die Engländer hatten den Bluthunden den Vorzug über Foxhounds gegeben,  weil die eher die Suche als den Kill schätzen. Um das in Deutschland herrschende Verbot der Jagd auf lebendes Wild zu befolgen, schien den Engländern das die klügere Entscheidung. Oft ritten die Freises mit den Regimentern aus Detmold.  „Das war wie in einer anderen Welt.“ Die Hunde allerdings waren den Reitern und Pferdeleuten „eher Dekoration für die Jagd“. Die Wende kam als die Engländer aus Detmold abzogen und die Hunde wegen der Quarantänebestimmungen nicht zurück nach England konnten. Freises gehörten mit Horst Moog zu den Begründern eines „Freundeskreises“, der die Hunde übernahm. Die waren inzwischen allerdings recht viele und recht ungezogen geworden, und der designierte Huntsman warf schließlich das Handtuch. „Und dann war es wie beim Schützenfest: Es wurde einer ausgeguckt“,  erinnert sich Angela Freise. Der neue Huntsman der Weser Vale präsentierte seiner Frau die Karriere-Wende während sie auf Einkaufsreise für ihr Modegeschäft in Düsseldorf war. „Da haben wir erst mal beide geschluckt.“

Und dann fing der Lernprozess an für den Bundeswehr-Offizier und Unternehmer, dessen Familie aus Iden in der Altmark stammt.. Erst war herauszufinden, welche Papiere zu welchem Hund gehörten. Mittlerweile bestehen Zuchtkontakte nach England, Belgien und Holland und Freise ist als Richter bei der Hound Show in Peterborough aktiv. „Nach dem Verkauf der Firma habe ich Zeit für mein Vergnügen.“ Gejagt wird mit bis zu sechs Koppeln  bei rund 40 Terminen von August bis März, meistens auf privaten Besitzungen im gesamten Ostwestfälischen um Detmold, wo die Freises auf dem idyllischen Rosenkotten das Bild der englischen Landidylle verwirklicht haben. Bis zu vierzehn Hunde und die Pferde sind am Haus. Die Pferde kommen jung und werden bei Freises sehr alt. Der Vater hat zunächst die Vielseitigkeitspferde der Tochter nach dem Turniereinsatz bei Jagden weiter geritten. Angela Freises Stute Ravenna hat mit 25 wohl mehr als 500 Jagden gehabt. Freises brauner Ire True Lad ist in Rekonvaleszenz, aber ein junger Schimmel vertritt ihn bereits würdig. „Er heißt natürlich Patrick.“

Die Tochter hat die Pferde- und England-Affinität geerbt, hat erst im Pony Club ihre Ferien verbracht und inzwischen einen englischen Offizier geheiratet, der zur Zeit in Beaufort Country stationiert ist. Die Enkelin ist ebenfalls schon „best friend“ mit Ponies und den Hounds. 

Heute, 5. Oktober, wird Busso Freise 70. Gefeiert wird mit alten und neuen Freunden zu Pferd und zu Fuß im Rahmen einer Jagd hinter den Weser Vale Bloodhounds in Marienmünster. Ganz  zu aller Vergnügen…
        Petra Schlemm mit Fotos von Birgit Emser und privat