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Aus dem Viereck in die Freiheit

Auch dieses Jahr fand im Landkreis Goslar wieder eine Jagdfolge statt; zum 28. Mal schon. Jagdfolge deshalb, weil die Jagdwoche nicht von einem Veranstalter in einem Gelände und mit einer Meute organisiert wird, sondern jede Jagd wird in einem anderen Gelände mit einer anderen Meute und einem eigenen Jagdherren veranstaltet. Dadurch ist jede Jagd anders geprägt...
So jagte die Böhmer Harrier Meute bei Ulrike Edel-Heidhues in Bad Harzburg überwiegend in der Feldmark, die Brandenburger Meute mit Dr. Buck oberhalb von Goslar durch die Wälder und über die Wiesen dort; die Böhmer Harrier gleich vom Garten der Familie Mattern aus über die Goslarer Bergwiesen, und mit der Cappenberger Meute fand in Hahausen eine reine Waldjagd statt. Die fünfte Jagd fiel aufgrund der Auflösung der Lipperland Meute aus.

Bei herrlichstem Wetter und sehr gutem Geläuf wurden alle vier Jagden geritten und es konnten auch einige „neue“ Jagdreiter begrüßt werden, welche zum ersten Mal eine Jagd hinter Hunden ritten. Alle Jagdherren und auch die Meuten waren sehr zufrieden und lobten den guten Ablauf der Jagdfolge.
Sowohl Nicole Klatt-Cissee als auch ihr Mann Matthias Klatt sind früher schon einmal Jagden geritten, aber nie so richtig passioniert und es fehlten wohl auch die richtigen Pferde, wie sie irrtümlicherweise meinten. Beide sind sehr erfolgreiche Dressurreiter bis zur Schweren Klasse. Sie haben beide das Goldene Reiterabzeichen in der Dressur. Die Auszeichnung wurde ihnen in Verden während des Galaabends verliehen.

 

In diesem Jahr beschlossen beide, ihre Familienmitglieder zu einer Jagd zu begleiten, mich und meinen Vater Roland. Vier Mitglieder einer Familie hoch zu Ross - das ist ja auch schon eine eigene Geschichte. Nicole Klatt sattelte ihre 15jährige Trakehnerstute „Sea Cloud“, eine der gewinnreichsten Dressurnachkommen des Hengstes Hohenstein. Die hat vor kurzem ihre 20. S-Dressur gewonnen. Sie ritt nicht einfach nur so mit, sondern sprang auch beherzt alle Sprünge!

 
 

Ihr Mann Matthias bekam eine Stute von mir und führte das erste Feld an; sprang natürlich auch alles.

 
 

Beide waren vom Jagdreiten und der ganzen Atmosphäre darum herum so begeistert, dass sie noch zwei weitere Jagden mitgeritten sind. Hier wurde auch ihre fünfjährige Stute „Saphira“ gesattelt, die schon einige Siege in L-Dressurpferdeprüfungen hat.


Matthias und Nicole reiten ihre eigenen und ihre Beritt-Pferde nicht nur dressurmäßig auf dem Reitplatz und in der Reithalle, sondern es wird auch  ausgeritten und - mit den eigenen Pferden! - der eine oder andere Sprung im Gelände gemacht. Diese Abwechslung ist sehr wichtig, meinen die beiden.

Es gibt jetzt auf jeden Fall zwei neue „richtige“ Jagdreiter. Jagd kommt zwar erst nach der Dressur, aber beide sind vom Jagdreiten so begeistert, dass sie diesen Herbst noch auf einigen Terminen unterwegs sein wollen. Und Nicole hat auch schon ein schickes kariertes Plastron gekauft. Wie man so etwas bindet, das weiß sie als Dressurreiterin ja.
Es gibt doch Gemeinsamkeiten. Man muss sich nur trauen und sie suchen.

Text: Simone Klatt mit Fotos von Petra Beinecke und Matthias Adamek