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Abschied von Florian Dohn 1979 - 2012

Nicht nur der Himmel hat geweint am Tag dieser ganz besonders emotionalen Abschiedsfeier von „Flo“ Dohn auf dem Ziegelhof. Der Schleppjagdverein von Bayern und die Frankenmeute hatten ebenso Vertretungen geschickt wie die Asbach-Meute und der Hamburger Schleppjagdverein. Die vielen jungen Freunde des Verstorbenen engagierten sich mit Lesungen, Musik und Gesang. Die Wiesen am Hof waren zu Parkplätzen umfunktioniert, ein großes Zirkuszelt bot Wetterschutz. Auf dem Sarg im Hausflur war der Jagdrock drapiert. Viele Fotos aus seinem Leben, besonders aus dem Kapitel Jagdreiten, holten den Verstorbenen zurück in die Mitte dieser Feier. 

 

Jüngstes von drei Kindern auf dem elterlichen Pferdehof, hatte Florian die Passion für Pferde von seinen Eltern geerbt. Kunibert und Angelika Dohn betrieben eine Pferdezucht und Aufzuchtstation im Altmühltal. Als Achtjähriger bekam Florian das Schimmelpony Beni. Mit elf ritt er seine erste Schleppjagd auf Schloss Hexenagger, die sein Vater zusammen mit dem  Schlossherrn Ebo Leichtfuss organisiert hatte. Der Vater in der Equipage des Schleppjagdvereins von Bayern und zusammen mit der Mutter in der Jagdhornbläsergruppe – da lernte Florian sämtliche Traditionen von der Pike auf. Er war im Kennel auf Koppenzell zu Hause und engagierte sich auch bei den Trainingsschleppen, die rund um den Ziegelhof geritten wurden. Margret Nold, damals Huntslady des SvB und später beim SHC engagiert, brachte ihn zum Piköreinsatz. Reitabzeichen-Prüfungen und Turniere ritt er mit Pferden aus der elterlichen Zucht. Nach dem Schimmelpony war der Vollblüter Cuando für 13 Jahre sein Begleiter bei Schleppjagden in Deutschland, Belgien und Tschechien. Er ist mit dem Hamburger Schleppjagdverein ebenso geritten wie mit den  Asbach Foxhounds, der Cappenberger Meute, der Frankenmeute, dem Süddeutschen Hunting Club oder dem Badischen Schleppjadverein. In der kommenden Saison wollte er eine Jagd mit der Frankenmeute ausrichten am Schloß Eggersberg.

Zum Hamburger Schleppjagdverein bestand eine engere Bindung über die Jagden auf Hexenagger, wo Rast auch bei Dohns gemacht wurde und Gastpferde im Dohnschen Stall untergebracht waren. So war Florian auch einmal Gast-Pikör bei Master Dieter Backasch in Sudermühlen. Der langjährige Hexenagger-Jagdherr Jürgen Kröll und seine Tochter Alexandra waren bei der Trauerfeier ebenfalls dabei.

 

„Er war ein besonders beherzter Reiter“, erinnert sich Jutta Nebe. So habe er einmal als Zuschauer in Jeans in Hexenagger ihr reiterloses Pferd eingefangen und so wenigstens den letzten Sprung aktiv miterlebt. „Er hat Da Capo erkannt und gedacht, ’die Chance lass ich mir doch nicht entgehen’. So hat er ihn mir dann beim Halali wieder übergeben – und mir dann auch nett geholfen, weil ich mir die Schulter angebrochen hatte.“

Text: Jutta Nebe
Fotos: privat