Der Unternehmer aus Haiger war ein Mann der ersten Stunde in der Taunus-Meute und Mitglied dort seit 44 Jahren. Er starb am 21. April 2012 in seinem 89. Lebensjahr. Die Trauerfeier und die Urnen-Beisetzung sind im engsten Familienkreis erfolgt. Am Requiem wurde die Taunus-Meute durch den amtierenden Master Gerhard Sauer und den früheren, langjährigen Master Jochen Kraft vertreten.
Josef Pracht war ein Glücksfall für die Taunus-Meute, für die er bis 1990 nicht nur als Master, Vize-Präsident, Schatzmeister und Geschäftsführer tätig war. Er veranstaltete in den 1960er und 70er Jahren die weit bekannten Haigerer Schleppjagden, die einzigartig waren im Hinblick auf das Ambiente, die Organisation und die Gastfreundschaft. „Josef Pracht achtete sehr auf Stil und die Einhaltung der jagdlichen Regeln. Wurden die einmal nicht beachtet, so konnte er sehr ungehalten werden,“ erinnert sich der Taunus-Vorsitzende Wulf Otto.
Seine Jagd war ein Höhepunkt der Saison und die Teilnehmerzahl betrug nicht selten bis zu 160 Reiter, darunter prominente Reiter und Geschäftsfreunde aus der ganzen Republik. Auch unter den Zuschauern fanden sich aufgrund der gesellschaftlichen und geschäftlichen Stellung des Jagdherren zahlreiche Prominente ein. „Sogar Annemarie Neckermann, die Ehefrau von "Necko" hat in Haiger mitgeritten, manchmal auch "Evchen" die Tochter. Sie führten dann ein extra Feld an, auch das Landgestüt Dillenburg ging mit den Hengsten in einem extra Feld, tolle Erinnerungen an vergangene Zeiten. Das vergisst man nie,“ sagt Anny Otto, die durch ihn 1969 die erste Schleppjagd geritten ist, damals noch hinter der Hessen-Meute. „Durch Josef Pracht wurde bei mir und später dann auch bei Wulf die Begeisterung für das Reiten hinter Hunden geweckt, ein wundervoller Mann, der begeistern und mitreißen konnte.“
Josef Pracht (r.) mit Ehrenpräsident Wulf Böhmcker
Text: Wulf Otto, Fotos: privat