Er ist ein Symbol und gleichzeitig ein Wegbereiter der Schleppjagd in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg und eine Legende, die noch lebt und erzählen kann. Hans Giele, Ehrenmaster- und -vorsitzender des Hamburger Schleppjagdvereins und Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Schleppjagdvereinigung. geboren am 3.12.1923, wird heute 90 Jahre alt.
26 Jahre Master des Hamburger Schleppjagdvereins, elf Jahre Vorsitzender in Hamburg, seit Beginn der Fachgruppe Jagdreiten im Deutschen Reiter- und Fahrerverband ihr Vorsitzender und seit 1989 Ehrenvorsitzender der Deutschen Schleppjagdvereinigung – das sind die Eckdaten aus der Jagdreiter-Vita des Hamburgers, der eines der größten Catering-Unternehmen der Hansestadt geführt hat. 1956 begann die Ära Hans Giele offiziell. Der Hamburger, der im Norddeutschen und Flottbeker Reiterverein groß geworden war, übernahm die Mastership des Schleppjagdvereins in Hamburg. Der Verein ist nur wenige Monate älter als Giele.
Auf Gieles Initiative gehen einige wichtige Neuerungen zurück, durch die die Jagdreiterei in der Nachkriegszeit wesentlich beeinflusst wurde. Er „erfand“ das, was heute als Junghundeschau in Schwarzenstein im Jahreskalender aller deutschen Meuten einen zentralen Punkt ausmacht. Zu Gieles Zeit waren das noch Meute-Vergleichsschauen, die zuerst mit drei, dann mit vier Meuten abgehalten wurden, um beim Wiederaufbau der Meuten kurzfristig wieder einen hohen Zuchtstandard zu erreichen. Dazu wurden schon früh auch Richter und Experten aus England herangezogen. In der Chronik des HSJV werden noch weitere Punkte gelistet: „Auch über die Zusammensetzung der Jagdfelder und die Gewinnung aktiver Jagdreiter machte man sich in Hamburg frühzeitig Gedanken. Nachdem die Angehörigen der Truppen ausfielen, die bis in den zweiten Weltkrieg hinein zahlenmäßig einen wichtigen Beitrag gestellt hatten und viele jüngere Reiter den Weg in den Leistungssport suchten, galt es eine breitere Basis zu finden. Die Einteilung in zwei oder drei Jagdfelder wurde eingeführt, um unerfahrene Reiter oder Reiter mit jungen Pferden an die Jagdreiterei heranzuführen. Eingeführt wurden zudem Jagden außerhalb der eigentlichen Saison (von Anfang August bis Mitte November), die ganzjährig ein- bis zweimal monatlich – auch unter extrem winterlicher Witterung – stattfinden, um Mitglieder und Freunde mit ihren Huntern hinter der Meute ihrer Passion nachgehen zu lassen und das Brauchtum und die praktizierten Jagdregeln des HSJV zu bewahren.“
1983 erklärte Master Hans Giele seinen Rücktritt und wurde zum Ehrenmaster in Hamburg ernannt. Von 1986 bis 192 übernahm er den Vorsitz und ist danach Ehrenvorsitzender geworden. Im Deutschen Reiter- und Fahrerverband vertrat er die Jagdreiter seit 1965 und forcierte dann wesentlich die Bildung einer eigenen Fachgruppe, die ein Jahr danach offiziell gebildet worden ist. Die Fachgruppe führte er bis 1989 und ist seither ihr Ehrenvorsitzender. Noch heute ist sein Rat dort gesucht.
Hans Giele 1960
Der Hamburger Schleppjagdverein feiert mit Hans Giele am 14. Dezember, Samstag, ab 11 Uhr auf Gut Schnede. „Geschenke sind durch Spenden zu ersetzen“, für diese Maßgabe war Giele schon während seiner aktiven Leitung bekannt. Sie hat ihre Bedeutung nicht verloren, denn beim Umbau des Kennels auf Schnede sind Spenden weiter notwendig.
Quelle: HSJV