Am 5. Mai 2017 ist Paul Koffler, Master des Süddeutschen Hunting Club (SHC), sanft auf seine letzte Schleppe gegangen. Der für seine Jagdpassion weithin bekannte Maitre d’Equipage, geboren am 4.Februar 1932, wurde 85 Jahre alt.

Paul Koffler eröffnete 1980 dem SHC durch seine Kontakte zu französischen Meuten und den Erwerb von zunächst 15 Francais Tricolores Hunden, den Einstieg in die französische Venerie. Schon im Herbst 1980 wurden die ersten Jagden hinten seinen ausdauernden, spurtreu jagenden und mit ihrem dunklen u. vollen Geläut faszinierenden Hirschhunden geritten.
Es folgten viele wunderbare Jagden im gesamten Süddeutschen Raum – von Singen/Bodensee bis Schweinfurt und selbst in Österreich war sein weithin hörbares ‚Tally-Ho‘ bekannt, wenn die Meute auf die Schleppe ging. Gegen Ende der Jagdsaison in Deutschland zog es ihn oft nach Frankreich, wo die Equipage des SHC und befreundete Equipagenmitglieder die Chasse à Courre z.B. in Fontainebleau hautnah miterlebten. Begleitet wurden die Jagden oftmals durch die Trompe Bläser der Rallye Württemberg, zum Teil selbst Mitglied beim SHC . Sie gaben den Jagden ein besonderes Flair. Koffler lebte die Geschichte des Jagens mit Pferden hinter der Meute. Dieses besondere Erlebnis lag ihm sehr am Herzen, es einzuholen war immer sein Bestreben.
Besonders stolz war Paul Koffler immer auf seine guten Benotungen bei der Junghundeschau in Schwarzenstein. Durch sein fachkundiges Wissen um Hundezucht u. Haltung, seine einnehmend offene Persönlichkeit und seine langjährigen Erfahrungen hat er bei allen Meutehaltern hohes Ansehen erlangt. Der versehentlich vorgestellte einhodige Rüde ‚Francport‘ tat dem keinen Abbruch. Er wurde ein vorzüglicher Kopfhund. Nicht zu vergessen der Rüde „Filou“ – Kopfhund par Excellence - und Kofflers Lieblingshund.

Seine Vorliebe u. Begeisterung für die Pferderasse Achal-Tekkiner brachten ihm immer wieder zunächst fragende - und als die mächtigen Hindernisse gesprungen waren - bewundernde Blicke ein. Sein Können und sein Engagement im Sattel war Vorbild für viele junge Jagdreiter. Auch war er unseres Wissens der einzige Master, der mit einem Begleithund am Pferd ritt. Dieser Hund war Pandor.
Leider musste der Bestand der Meute an seinem Wohnort Durmersheim / Gewerbegebiet wegen Beschwerden aus der Nachbarschaft nach 20 Jahren stark dezimiert werden. Das führte zunächst zu einer Teilung der Meute und später zur Auflösung des Kennels in Durmersheim.
Kofflers Jagdpassion wurde dadurch allerdings nicht gebrochen. So reiste er regelmäßig nach Frankreich - zur Equipage Villers Cotteres nördlich von Paris und zur Equipage Piqu’Avant Bourgogne (Chattilon sur Seine) im Bezirk Côte d‘Or, wo er als volles Mitglied der Equipagen angesehen wurde.
Krankheitsbedingt verbrachte er die letzten Jahre im Seniorenheim, wo er auch verstarb. Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis an seinem Wohnort Durmersheim statt.
Er wird für immer einen Platz in unseren Jagdreiter-Herzen haben. Und zum letzten Mal: „Tally-Ho lieber Paul …et bonne Chasse.“
Text: Gerhard Vogt (Gründungsmitglied SHC und Rallye Württemberg) und Richard Wetzel (Equipage SHC). Fotos: privat