| Jeder für sich, aber nie allein |
| Jagdreiter sind „komische Vögel“. Wie die schon angezogen sind! Und diese Widersprüche! Sie sind Individualisten, aber keine Einzelgänger. Sie lieben die Gemeinschaft, aber haben nicht den Wunsch andere zu besiegen. Sie suchen den Kick und sie finden offenbar keinen größeren Spaß als sich bei jedem Wetter draußen mit Matschklumpen aus den Hufen des Vorderpferds einzukleistern. Sie fallen runter und stehen – meistens – wieder auf. Auf Schleppjagd24 stellen wir in lockerer Folge Persönlichkeiten vor, die den Sport in Rot hinter den Meuten in Deutschland prägen. Menschen, die positiv besessen sind: von lauten Hunden, schnellen Pferden, Galoppgetrommel, von Musik, fröhlicher Gemeinschaft mit Gleichgesinnten und die dafür einiges auf sich nehmen ohne jemals einen Ehrenpreis oder gar Geld zu gewinnen. Adrenalin mit Stil genügt ihnen. |
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Jan SIEVERS
Wohl 300 Jagden hat er bisher bestritten, mindestens 100 davon als Schleppenleger mit Astor vor der Cappenberger Meute: seit 20 Jahren ist Jan Sievers passionierter Schleppjagdreiter. Damals hat er eine Jagd in Sögel am Schloss Clemenswerth erlebt und dann den klassischen Werdegang durchlaufen: Bei Lehrgangstagen in Dorfmark mit der Niedersachsen-Meute hat der Virus den Landwirt aus dem Emsland vollends infiziert. Kommt der Herbst, dann ist der 58jährige auf dem Hof nur selten anzutreffen. Ein Auszug aus seinem Terminkalender im November: An Hubertus in Isernhagen, dann Bonn-Rodderberg („Dreieinhalb Stunden Autobahn, aber ich wollte da immer schon mal reiten. Herrlich war das.“) Dann Samstag Böhme, Sonntag Aselage, Mittwoch Wildjagd in Westrum, Samstag am Stift Börstel. Puhh!
Jan Sievers ist als Kind mit Pferden groß geworden, hat aber seine Passion dann erst mit seinen Kindern wieder aufgenommen. Heute reitet er mindestens drei Mal in der Woche, am liebsten auf den beiden Geländestrecken in seinem Verein Börger, wo er 2007 zum ersten Mal als Jagdherr fungierte. Hinter den Kulissen zieht er seit Jahren die Fäden für „seine“ Jagd, baut Hindernisse und organisiert. Das Frühstück vorher auf dem Hof für „Vertraute aus der Szene“ ist eher die Sache seiner Frau Johanna. „Die reitet nicht. Gott sei Dank! Einer muss die Papiere ja zusammenhalten.“ Alle drei Kinder haben den Reitsport vom Vater übernommen, aber nur die Tochter Irmgard hat seine Jagd-Passion geerbt. Sie reitet ebenfalls bei den Cappenbergern und ist dort entweder ganz vorn als Schleppenlegerin oder hinten mit einem jungen Pferd „in Ausbildung“ unterwegs.
Einmal ist er auf Krücken dort gewesen, denn 2006 war kein gutes Jahr für ihn. Im Februar in Hermannsburg durchschlug ihm das Pferd des Schleppbegleiters Schien- und Wadenbein und am 21. Juni 2006 schien gleich alles ganz zu Ende. Ein schwerer Unfall mit dem Schlepper hatte ihn tagelang ins Koma und in Lebensgefahr gebracht. Die Beckenschale war der schwerste Bruch, alle anderen Brüche, Quetschungen, Wunden waren dagegen „fast nur Kleinigkeiten“. Mit eisernem Willen hat er sich damals wieder durchgebissen. Acht Monate später saß er wieder auf dem Pferd. Zuerst zog er auf seinem vertrauten Argentinus Schrittrunden in der Bahn. Ganz kurz nur, dann immer länger. Zehn lange Stunden Schritt (Höchststrafe für Jagdreiter). Dass weiß er deshalb so genau, weil er sich Chips kaufen musste, mit denen in Börger abends das Licht in der Reithalle reglementiert wird. (Hallo Ulla, aufgemerkt! Reha muss nicht teuer sein!) |
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Oldenburg 2007
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Oldenburg 2007
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Hermannsburg 2008
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Hermannsburg 2008
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Hermannsburg 2008
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Oldenburg 2007
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Oldenburg 2007
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Oldenburg 2007
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Isernhagen 2007
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Isernhagen 2007
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Isernhagen 2007
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Isernhagen 2007
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TEXT: Petra Schlemm FOTOS: Eylers / Steffen |