Es ist nie zu spät, um seinem Leben eine andere Richtung zu geben. Busso Freise, seit 30 Jahren Master der Weser Vale Bloodhound Meute, und seine Frau Angela wandern aus nach England. Mit zwei Pferden und drei Bluthunden wollen sie in der Nähe der Tochter Sascha-Caroline leben, die auf der Insel mit einem englischen Offizier verheiratet ist und kaum zehn Minuten von der Beaufort-Meute und Badminton entfernt lebt. Heute, am 5. Oktober wird Busso Freise 80 Jahre alt. Schleppjagd24 sagt HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!
Der malerische Rosenkotten, in Alleinlage am Wald in Dalborn der Nähe von Detmold wartet noch auf einen Käufer, aber die Pferdeställe und der Kennel für die drei Meute-Senioren aus dem V-Wurf am Cottage auf der Insel sind bereits bezugsfertig. Die Umsiedlung ist von langer Hand in Vor-Brexit-Zeiten vorbereitet und generalstabsmäßig durchgetaktet. Die Meute ist bereits vor geraumer Zeit umgezogen zum Schloß Niesen von Fides und Fiona von Elverfeldt in Willebadessen. Bereits Fionas Großmutter hat in England eine Hirschhund-Meute geführt. Der Verein ist übergeben an Rudolf Spellerberg. Der landwirtschaftliche Unternehmensberater ist seit Jahren ein engagierter Mitstreiter in der Weser Vale Meute und hat jetzt neben Fiona auch Meuteverantwortung. Im Rahmen der „kürzesten Mitgliederversammlung aller Zeiten“ – so geht es, wenn alles gut vorbereitet ist und man nur einen sehr kleinen Kreis aus aktiven Mitgliedern hat – wurde die Verabschiedung der Freises in Niesen begangen.
Um den Übergang vollends und formvollendet zu besiegeln, trennte sich Busso Freise von seinem antiken Rufhorn, das er selbst über Jahrzehnte benutzt hat. „Ich habe mich schweren Herzens getrennt, aber es ist doch schön, wenn es weiter benutzt wird“, so Freise. Seine Nachfolgerin im Amt bewies umgehend und lautstark, dass sie mit dem Geschenk auch umzugehen weiß. „Wir freuen uns, dass alles so weiterläuft wie wir es gemacht haben. Nichts dauert ewig“, beschließen die Auswanderer ein langes Kapitel ihres Lebens und schlagen ein neues auf, mit Jagdreiten in England und tatkräftiger Begleitung der Enkelin, die erste Sporen im Vielseitigkeitssport verdient.
Text: Petra Schlemm und Bilder: Jes Johannsen