Reiten, um zu jagen. Mit 28 Jahren hat Werner Hauck (Karlsruhe-Neureuth) sein erstes Pferd gekauft. Er besuchte fleißig Dressur- und Springstunden. Aber er hat seine Lieblings-Disziplin dann bald gefunden als er nämlich vor mehr als 40 Jahren die ersten Fuchsjagden, damals noch ohne Meute, bestritt.
Mit seinem Fuchs Farno war er ein gefürchteter Fuchsjagdteilnehmer. Farno hatte schnell begriffen, um was es ging und steuerte im Rennen direkt auf den Reiter mit der Lunte an der Jacke zu, so dass Hauck beide Hände frei hatte, um nach dem Fuchsschwanz zu greifen. Die beiden haben jedes Fuchsschwanzgreifen gewonnen, an dem sie teilgenommen haben. Am Stopp allerdings wollte ihm niemand den Favoriten Farno abnehmen, weil der mit seinem schwankenden Schritt den Führern gerne und unweigerlich auf die Füße trat.
Die ersten Schleppjagden hat Werner Hauck vor etwa 30 Jahren bestritten, damals schon mit dem Badischen Schleppjagdverein und der Hardtmeute. Schnell wurde er Equipagemitglied. Aber sein damaliges Pferd Gillroy war für die großen Franzosen-Hunde der Hardtmeute wohl etwas zu gemütlich. Master Gerd Klapschus legte ihm nahe, sich ein schnelleres Pferd zuzulegen, um dem Tempo der Hunde folgen zu können.
So kam der Vollblüter Liston, genannt Lissi zur Familie Hauck. Mit ihm hat Werner Hauck über 100 Jagden geritten. Bis zu seinem 21. Lebensjahr ist Lissi im Jagdfeld gegangen und hat danach seinen Lebensabend mit Familienanschluss genossen. Alle Pferde haben im Hause Hauck solange es ging das Gnadenbrot erhalten. Heute begleitet der Vollblüter Falkenwind Werner Hauck auf den Schleppjagden.
Seit einem Vierteljahrhundert lädt Hauck als Jagdherr zu einer eigenen Veranstaltung in Eggenstein bei Karlsruhe. . Die erste Einladung zur Schleppjagd dort wurde von Hand auf Elefantenhaut geschrieben. Vielleicht hat einer der damaligen Gäste sie aufgehoben?
Mehr als 40 Jahre im Jagdfeld seit Werner Hauck mit seiner Frau Ursel das Jagdreiten begonnen hat. Seither hat er über 200 Jagden bestritten, einen ganz großen Teil davon als Pikör. Der Geschäftsführer des Badischen Schleppjagdvereins ist eine „Institution“ im jagdreitenden Süden. Alle kennen „Lurchi“. Nach dem Sympathieträger der Schuhmarke Salamander heißt der Schuh-Händler nicht nur in seiner Meute. Nach den Vorstandsitzungen bei ihm zu Hause, wo er auch sein Geschäft betreibt, deckt sich gern die ganze Equipage mit Schuhen ein. Er ist weder Feuersalamander und schon gar keine Comic-Figur, aber ein Sympathieträger – über seine Handelsware wurde Hauck ganz naheliegend zum „Lurchi“, und der Name ist ihm seither geblieben.
Heute, am 27. Oktober, wird Werner Hauck 70 Jahre alt. Wir gratulieren.
Bettina von Welck